Polizei

Taschendiebin gefasst: Sie ist erst 13 Jahre alt und schwanger

Selbst eine Schwangerschaft konnte eine junge Taschendiebin offenbar nicht davon abhalten, ihrer gewohnten Tätigkeit nachzugehen.

Wie die Bundespolizei am Mittwoch mitteilte, versuchte das 13-jährige Mädchen am frühen Nachmittag des Vortages, gemeinsam mit zwei 13 und 14Jahre alten Komplizinnen am Bahnhof Friedrichstraße einen Reisenden zu bestehlen. Dabei wurde das Trio von Zivilfahndern beobachtet. Als eine der Täterinnen gerade in die Gesäßtasche des 55-Jährigen griff, um an dessen Portemonnaie zu gelangen, griffen auch die Beamten zu. Als sie kurz nach der Festnahme der drei Mädchen das Opfer ansprachen, stellte sich heraus, dass der Mann den versuchten Trickdiebstahl noch gar nicht bemerkt hatte.

Die weiteren Ermittlungen ergaben, dass die Schwangere bereits seit Längerem vom Kindernotdienst betreut wurde und dort in einer Wohneinrichtung untergebracht war. Der Notdienst hatte das Mädchen bereits vor einigen Tagen als vermisst gemeldet. Die 13-Jährige wurde nach einer Personalienfeststellung durch die Polizei mit einem Streifenwagen dorthin zurückgebracht. Ihre beiden Komplizinnen wurden dem Jugendnotdienst übergeben.

Die drei aus Südosteuropa stammenden Mädchen leben nach bisherigen Erkenntnissen der Behörden offenbar ohne Verwandte in Berlin. Solche Fälle sind für die Experten in den Fachdienststellen für Trickdiebstahl nicht neu. In bitterarmen Regionen Rumäniens oder Bulgariens kommt es regelmäßig vor, dass Kinder an organisierte Banden regelrecht verkauft werden. In Deutschland werden die Minderjährigen dann zu Diebstählen gezwungen. Da sie als unter 14-Jährige noch strafunmündig sind, kann die Polizei nicht mehr tun, als sie ihren Familien oder dem Kindernotdienst zu übergeben.