Redaktionsbesuch

So entsteht die Morgenpost: Leser besuchen neuen Newsroom

Am Dienstag konnten die ersten zwölf Leser die neuen Redaktionsräume der Berliner Morgenpost am Kurfürstendamm besichtigen und zusehen, wie die Zeitung vom nächsten Tag entsteht.

Mitten in der Produktionszeit waren die Leser, die sich zuvor für einen Besuch in der Redaktion beworben hatten, bei der Arbeit im Newsroom mit dabei.

Sie konnten zusehen, wie Fotos ausgewählt wurden, wie die Rücktrittserklärung von Kultur-Staatssekretär André Schmitz auf dem Schreibtisch des Politikredakteurs landete, wie das Layout entstanden ist und wie die Grafiken gebaut wurden. Anschließend saßen sie gemeinsam mit der stellvertretenden Chefredakteurin Christine Richter im Konferenzraum zusammen und diskutierten über die Zukunft der gedruckten Zeitung. Die langjährigen Abonnenten Dagmar und Gerd Bauer jedenfalls können sich nicht vorstellen, die Informationen nur noch auf dem Bildschirm zu lesen. „Ich möchte lieber die Zeitung in der Hand haben“, sagte Dagmar Bauer. Das sah auch Rainer Boddin aus der Prignitz so. Allerdings müsse er häufig weite Fahrtwege in die nächste Stadt auf sich nehmen, um die Berliner Morgenpost zu kaufen, sagte Boddin. Ein Online-Abo wäre für ihn wohl der einfachste Weg, die Zeitung zu beziehen, rieten schließlich die anderen Leser.

Die Besucher zeigten sich gut informiert und hatten viele Fragen zur Morgenpost. Etwa, ob sich die Zeitung durch den Übergang vom Medienkonzern Axel Springer zur Funke-Mediengruppe ändern werde, wie lange in der Nacht die Redaktion noch Änderungen vornehmen kann – und natürlich waren alle Besucher neugierig, ob einer von den Redakteuren, die da im Newsroom sitzen, der „Kasupke“ ist. Doch Letzteres ist ein Geheimnis – das Christine Richter nicht lüften wollte. Auf alle anderen Fragen erhielten die Leser ausführliche Antworten. Bis Ende Februar werden weitere 190 Leser, die sich für die Führung durch den neuen Großraum der Redaktion beworben hatten, Gelegenheit haben, einen Einblick in die Arbeit zu bekommen – und den Ausblick aus der neunten Etage des Neuen Kranzler Ecks zu genießen.