Feuerwehreinsatz

Gasalarm: Evakuierung in Westend

Anwohner müssen ihre Häuser wegen einer defekten Leitung für mehrere Stunden verlassen. 60 Feuerwehrleute im Einsatz

Ein Gasleck hat am Montagmittag zu einem größeren Feuerwehreinsatz in Westend geführt. Dabei mussten auch mehrere Gebäude evakuiert werden. Gegen 11.30 Uhr Uhr sei die Feuerwehr wegen des Gasgeruchs alarmiert worden, sagte eine Sprecherin. Betroffen davon war ein leer stehendes ehemaliges Postgebäude an der Ratzeburger Allee. „Unsere Messgeräte haben eine starke Gaskonzentration angezeigt“, sagte die Sprecherin weiter. Mit 60 Einsatzkräften war die Feuerwehr vor Ort, um Absperrungen, Evakuierung und Brandschutzmaßnahmen auszuführen.

In den umliegenden Gebäuden mussten etwa 40 Menschen ihre Wohnungen vorsichtshalber verlassen, die die Maßnahme jedoch ruhig hinnahmen. Sie konnten in bereitgestellten Bussen der BVG ausharren, sofern sie das wollten. Auch mehrere Geschäfte und ein Café in der Straße mussten schließen. Wegen der allgemeinen Gefährdung wurde auch die Reichsstraße zwischen Steubenplatz und Platanenallee für den Verkehr in Richtung Spandauer Damm gesperrt.

Die Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg (NBB) kümmerte sich am Montagmittag darum, die undichte Stelle in der Gasleitung zu finden. „Das Gasleck befindet sich in der Leitung, die am Haus im Straßenland verlegt ist“, sagte NBB-Sprecher Carsten Döring.

Das Gas habe sich offenbar durch das Erdreich den Weg in das Gebäude gesucht und sei dort eingeströmt, hieß es zunächst. Das Haus selbst habe keinen Gasanschluss. Später stellte sich heraus, dass das Gas durch einen Kabelschacht in das Gebäude gelangt war. Die Konzentration war deshalb so hoch, weil das Gebäude laut Feuerwehr bereits länger nicht geöffnet wurde.

Aus Sicherheitsgründen wurde die Stromversorgung in dem Haus unterbrochen. Im Keller des alten, dreistöckigen Postgebäudes befinde sich eine Trafo-Station des Energieversorgers Vattenfall, hieß es. Um die Gefahr einer Explosion durch Funkenschlag zu vermeiden, sei der Strom abgestellt worden. Das Gebäude wurde außerdem gelüftet, damit das Gas entweichen konnte. Um das Leck zu finden, wurde zunächst in der Straße auf etwa 100 Metern die Gasleitung unterbrochen, sagte Döring. Daraufhin wurde nach der Störung gesucht. Für die Erdarbeiten an der Gasleitung musste die Feuerwehr gleich mehrere Autos mit Rollgleitern umsetzen.

Am Nachmittag konnten die Fachleute der Netzgesellschaft das Leck schließlich lokalisieren und abdichten. Trotzdem dauerte es Stunden, bis die Sperrung des Gebiets wieder aufgehoben werden konnte. Laut Feuerwehr konnte die Freigabe erst erfolgen, nachdem keine Gaskonzentration mehr im Bereich an der Ratzeburger Allee gemessen wurde. Um 17 Uhr konnten die Anwohner schließlich zurück in ihre Wohnungen. Auch der Strom wurde wieder angestellt.

Zwischenfall auch in Kreuzberg

Erst am vergangenen Wochenende hatte es einen ganz ähnlichen Vorfall in Kreuzberg gegeben. In der Nacht zu Sonnabend hatten zahlreiche Menschen ihre Wohnungen an der Reichenberger Straße verlassen müssen, weil im Hausflur eines Wohngebäudes starker Gasgeruch aufgefallen war. Die NBB machte als Ursache für die Störung schließlich einen defekten Gasschieber, eine Art Wasserhahn für Gas, an der unter dem Gehweg am Haus verlegten Leitung fest, der noch am Morgen repariert werden konnte. Laut NBB wird das Gasnetz eigentlich regelmäßig überprüft.