Deutsche Post

Postsendungen kommen zu spät oder gar nicht

Leser aus Reinickendorf klagen über Zustellung

Nach den Berichten der vergangenen Woche über ganze Straßenzüge in Spandau, die seit Tagen nicht mit Post beliefert wurden, erreichten die Berliner Morgenpost zahlreiche Leserzuschriften. Diese machen deutlich, dass sich manche Kunden schon seit Monaten über die Engpässe bei der Post ärgern.

In Heiligensee etwa bekämen Anwohner der Schulzendorfer Straße immer wieder Sendungen, die eigentlich für die Hennigsdorfer Straße oder den Schönbaumer Weg bestimmt seien, beklagt sich eine Leserin. Nur die Hausnummern stimmten. „Wir kontaktieren uns dann gegenseitig und stellen die Post in Privatinitiative zu, aber das ist doch kein Zustand!“ An alle möglichen Stellen habe sie sich in den vergangenen Monaten schon gewandt, zuerst natürlich an die Post selbst. „Da kam meist die klassische Antwort: ‚Wir bemühen uns um eine Lösung und haben ihre Beschwerde an die zuständige Stelle weitergeleitet’.“

Auch Peter Dinkler aus der Mühlenfeldstraße in Hermsdorf richtete sich an die Morgenpost. Vor allem ärgere er sich, dass das zentrale Kundenzentrum der Post in Bonn nicht in der Lage sei, Erklärungen abzugeben. „Der Kundenberater sagte zwar, er mache es dringlich. Aber bei jedem Anruf spricht man mit einem neuen Kundenberater, der sich erst schlau machen muss“, klagt er.

Kurzfristige Erkrankungen

Die Deutsche Post entschuldigt sich für die Unannehmlichkeiten. „In der vergangenen Woche haben wir mit Hochdruck daran gearbeitet, die aufgetretenen Probleme möglichst schnell in den Griff zu bekommen“, sagte am Montag Sprecherin Anke Blenn. „Bis Ende vergangener Woche konnte eine deutliche Entspannung der Situation erreicht werden.“ Was allerdings einzeln aufgetretene Zustellprobleme in Heiligensee oder Hermsdorf angehe, so brauche die Post konkrete Kundennamen, Anschriften und den Zeitraum, um den zuständigen Zusteller zu kontaktieren. Diese anzugeben, davor schreckt die Heiligenseer Leserin aber zurück. „Die Zusteller sind sowieso schon überlastet, dann will man ihnen doch nicht noch mehr Ärger bescheren.“ Öfter schon hätten Zusteller ihr bestätigt, sie würden die ganze Tour einfach nicht schaffen.

Auch in Hakenfelde klemmte es laut Leserreaktionen in der letzten Woche. Dafür hat Sprecherin Anke Blenn eine Erklärung: „In Hakenfelde waren mehrere kurzfristige Erkrankungen von Mitarbeitern zu verzeichnen, weshalb einige Touren ad hoc aufgeteilt und von anderen Mitarbeitern übernommen werden mussten.“ Einzelne Sendungen am Ende der betreffenden Touren hätten nicht ausgeliefert werden können, da die Mitarbeiter nach Erreichen der gesetzlich vorgeschriebenen Höchstarbeitszeit die Tour abgebrochen hätten. Mittlerweile sei durch personelle Verstärkungen jedoch die Auslieferung aller Sendungen sichergestellt.