Mindestlohn

Gewerkschaft kritisiert Schul-Reinigungsfirma wegen Arbeitspraxis

Die Gebäudereiniger-Gewerkschaft IG Bau erhebt schwere Vorwürfe gegen die wegen mangelhafter Reinigung von Schulen in die Kritik geratene Firma Putz-Zeit.

Die Reinigungskräfte dort würden enorme Flächen zugewiesen bekommen, die sie in kürzester Zeit zu putzen hätten, sagte Daniel Kopp von der IG Bau. Die Folge sei Mehrarbeit, die oft nicht bezahlt würde. Dadurch werde der Mindestlohn unterlaufen.

Die Gewerkschaft fordert vom Land und von den Bezirken eine neue Vergabepraxis der Verträge. Es müsse ein landeseinheitliches Vergabegesetz geschaffen werden, das nicht dem billigsten Anbieter den Zuschlag erteilt sondern faire Kriterien zur Wahrung von sozialen Belangen der Beschäftigten berücksichtige. Zudem müsse der Senat seine Zusage einlösen, öffentliche Auftragnehmer zu kontrollieren.

Die Firma Putz-Zeit reinigt in Berlin 60 Schulen, davon 31 allein in Friedrichshain-Kreuzberg. Nach der drohenden Schließung der Schule am Friedrichshain aus hygienischen Gründen hat die Firma in Friedrichshain-Kreuzberg 14 Schulen abgegeben. „Das Unternehmen hat in öffentlichen Einrichtungen nichts mehr zu suchen, solange es so mit seinen Beschäftigten umgeht“, sagt Kopp. Am Mittwoch wird sich der Hauptausschuss mit dem Thema Schulreinigung beschäftigen.

Peter Beckers (SPD), Schulstadtrat von Friedrichhain-Kreuzberg, will im Februar mit der Innung für Gebäudereiniger, mit Elternvertretern und Vertretern der Senatsverwaltung über neue Qualitätsstandards reden. Die Schulen, die Putz-Zeit abgegeben hatte, sind zum 1. Februar neu ausgeschrieben.