Vorschicht

Auf dünnem Eis

DLRG warnt vor dem Betreten von Eisflächen auf Berliner Gewässern – es besteht Lebensgefahr

Klirrende Kälte, verschneite Landschaften, blauer Himmel, zugefrorene Gewässer. Bei diesem Winterwetter zieht es die Berliner raus in die Natur. Zu Fuß sind sie unterwegs, auf Langlaufskiern, mit dem Schlitten. Und – aller Gefahren zum Trotz – auch mit Schlittschuhen und Eishockeyschlägern. Doch nicht nur die Jagd nach dem Puck ist derzeit auf den noch sehr dünnen Eisflächen extrem gefährlich. Feuerwehr und Wasserschutzpolizei warnen dringend davor, Eisflächen auf Gewässern zu betreten. Die Eisstärke könne auf Grund von Strömungsverhältnissen auf engem Raum sehr unterschiedlich sein.

Bisher sei die aktuelle Frostperiode in der Region noch viel zu kurz gewesen, um sich jenseits der Ufer aufzuhalten. Dies gelte erst recht für fließende Gewässer. Doch auch das Eis auf ruhenden Seen kann überaus tückisch sein, vor allem, wenn es Zu- und Abflüsse in und aus dem Gewässer gibt. Ist dennoch eine Person im Eis eingebrochen, ist sofort die Feuerwehr zu alarmieren. Bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte sollten Augenzeugen bei einem solchen Zwischenfall mit den an den Ufern der Berliner Gewässer vorhandenen Eisrettungsgeräten oder anderen geeigneten Mitteln versuchen zu helfen, rät die Feuerwehr.

Die Eisschichten hätten sich in der Nacht zu Sonnabend gebildet und seien erst wenige Zentimeter dick, sagte der Einsatzleiter der Berliner DLRG, Frank Villmow am Sonnabend. Auf die dünnen Flächen zu gehen, sei lebensgefährlich. Damit das Eis tragfähig sei, müsse es mindestens 15 Zentimeter dick sein, sagte Villmow. Fließende Gewässer sollten generell nie betreten werden. „Am sichersten ist es, auf die Eisbahn zu gehen“, riet er. Am heutigen Sonntag soll es in Berlin bei Höchsttemperaturen um Minus 8 Grad und Tiefsttemperaturen in den Nächten um Minus 12 Grad noch sehr kalt bleiben. In der zweiten Nachthälfte zu Montag soll Schneefall aufkommen. „Der Dauerfrost wird uns in Berlin und Brandenburg noch ein paar Tage erhalten bleiben“, sagte Ulfried Wohlfart, Diplom-Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst in Potsdam. Erst Mitte kommender Woche könne sich das möglicherweise ändern.