Sicherheitslage

Einbrecher kam am Objektschutz vorbei in Merkels Haus

Mutmaßlicher Täter befindet sich in Untersuchungshaft

Diese Frage müssen sich das Bundeskriminalamt (BKA) und der Zentrale Objektschutz (ZOB) der Berliner Polizei gefallen lassen. Vor zweieinhalb Jahren konnte ein Mann in eine Wohnung einbrechen, die sich im selben Aufgang wie die Wohnung der Bundeskanzlerin befindet. Unbemerkt konnte der Täter mit einer Uhr, einem Fahrzeugschlüssel und Papieren entkommen. Erst jetzt, seitdem der mutmaßliche Einbrecher in Schwerin in Untersuchungshaft sitzt, wurde der Einbruch in der Öffentlichkeit bekannt.

Der Einbruch sei Bestandteil eines größeren Ermittlungskomplexes wegen mehrerer Einbrüche, sagte Martin Steltner, Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft. „Der Täter soll sich mit einem illegal beschafften Schlüssel Zutritt verschafft haben.“ Den zwei Objektschützern vor dem Haus fiel der Mann damals nicht auf. „Die Mitarbeiter sind für den Schutz des Objektes gegen Angriffe von außen verantwortlich“, sagt Polizeisprecher Stefan Redlich. „Eine zusätzliche Überprüfung von Personen, die in das Haus gehen, ist nicht Aufgabe der Polizei.“ Nur wenn sich Personen auffällig dem Objekt nähern oder sich auffällig verhalten, würden die Mitarbeiter kontrollieren. Schließlich sei das Haus ein normales Wohn- und Bürohaus.

Die Sicherheitslage werde mit dem Bundeskriminalamt (BKA) abgesprochen, deren Sicherungsgruppe für den unmittelbaren Personenschutz zuständig ist. Ob und wie das BKA auf den Zwischenfall reagiert hat, ist geheim. „Zu Maßnahmen in diesem Zusammenhang geben wir grundsätzlich keine Auskunft“, sagte ein BKA-Sprecher am Sonnabend auf Anfrage.