Berliner helfen

Neue Spielsachen für verwüstete Kita „Kiek in“

Erste Lieferung eingetroffen: Dank der Spende von Berliner helfen e.V. konnte Bastelmaterial gekauft werden

Der erste Schrecken ist verdaut, die Kinder und Betreuer der Kita „Kiek in“ haben sich seit dem Einbruch in der Silvesternacht mit neuen Wegen und provisorischen Lösungen arrangiert. In der Nacht zu Neujahr wurden in der Marzahner Kita mehrere Teile des Gebäudes verwüstet. Die Täter stiegen offenbar durch zwei Küchenfenster ein. Sie traten die Wasserhähne in den Waschräumen ab, stellten die Duschen an und legten die Brause neben die Duschkabinen. Das Wasser stand mehrere Zentimeter hoch in den Räumen des Kindergartens, die Wände wurden stark angegriffen, die Böden durchweicht. Vor allem der Bereich der Jüngsten ist stark zerstört worden.

„Noch befinden wir uns in der Trocknungsphase“, sagt Gabriele Geißler, Geschäftsführerin der Trägergesellschaft der Kita und des Nachbarschaftszentrums. Wie hoch der entstandene Schaden letztendlich ist, kann der Gutachter noch nicht sagen. „Aber die Fußböden werden wohl komplett saniert werden müssen“, meint sie. Für die Gebäudeschäden wird die Versicherung aufkommen, aber durch das Wasser ist auch sehr viel Inventar zerstört worden: Spiel- und Bastelsachen, Mal-Utensilien und die vielen Kuschel- und Sitzkissen für die Kleinen. Deshalb hat der Verein Berliner helfen sofort eine Spende in Höhe von 3000 Euro zur Verfügung gestellt und die Leser zu Spenden aufgerufen, damit Material und Möbel möglichst schnell neu beschafft werden können. „Wir haben auch Sachspenden und tolle Bücher bekommen, aber mache Dinge sind doch so speziell, dass wir sie kaufen müssen“, sagt Kita-Leiterin Anke Ulbricht. In dieser Woche sind die ersten großen Pakete eingetroffen - und mit Begeisterung von den Kindern ausgepackt worden. Bunte Sitzkissen für den Morgenkreis, Holzspielzeug, Zeichenbedarf, spezielle Malfarben und Zeichenblöcke. Erzieherin Katja freut sich über ein neues Laminiergerät, um die geschaffenen Kunstwerke einzuschweißen. „Besonders im Atelierraum und im Kuschel- und Bewegungsraum ist alles zerstört“, seufzt die Kita-Leiterin, „da hilft uns diese Spende natürlich sehr.“ In der 2008 eröffneten Kita in der Rosenbecker Straße werden 105 Kinder in offenen Gruppen betreut.

Auch wenn sich die erste Aufregung gelegt hat, ist der Einbruch bei den Kindern noch ein Thema. „Allein schon dadurch, dass sie jetzt im Nachbarschaftstreff essen und neue Wege gehen müssen“, erklärt Bereichsleiterin Birgit Stahl. Mit der Baufirma ist besprochen, die Kinder auch in die Bauarbeiten einzubeziehen, damit sie mitverfolgen können, wie alles wieder hergestellt wird. „Der erste Schrecken hat sich gelegt, aber das Sicherheitsgefühl ist beeinträchtigt“, meint Birgit Stahl. Das gelte auch für Eltern und Mitarbeiter. Deshalb sei es so wichtig, dass die Täter gefasst würden. „Die Kinder fragen immer wieder nach, ob die Polizei sie auch erwischen wird und ob sie bestraft werden“, sagt Kita-Leiterin Anke Ulbricht. Es werde intensiv ermittelt, bisher gebe es aber noch keine heiße Spur. Die Versicherung will nun eine Prämie für Hinweise auf die Täter aussetzen.

Dass die Kita überhaupt so schnell nach der Verwüstung wieder öffnen konnte, ist den mehr als 50 Helfern und Eltern zu danken, die nach Entdeckung der Tat spontan mit anpackten, Dreck wegräumten, reparierten und putzten. „In dieser Situation haben wir eine Solidarität gespürt, die man im Alltag nicht wahrnimmt“, sagt Gabriele Geißler. Gerade wegen der vielen Unterstützer ist es ihr wichtig, nach vorn zu schauen. Auch wenn sie noch nicht weiß, wann und vor allem wie alle Räume wieder hergerichtet werden können. Vielleicht hilft ja der Zauberstab. „Mit dem kam die vierjährige Elina am Montag nach der Tat in mein Büro spaziert und hat mir erklärt, da sei Zauberstaub drin, mit dem würde alles wieder schön“, sagt Gabriele Geißler lächelnd. Nun wartet er auf seinen Einsatz bei der Wiedereröffnung der zerstörten Räume.