Stadtentwicklung

Kleingärtner in elf Kolonien dürfen bleiben

Verlängerung der Schutzfristen bis 2020

Berlins Kleingartenparzellen sind nicht nur bei Schrebergärtnern begehrt, sondern zunehmend auch bei Bauherren. Seit 1947 ist die Kleingartenfläche daher fast um die Hälfte geschrumpft. Aktuell beträgt ihre Fläche insgesamt nur noch 3000 Hektar. Nun hat der Senat auf seiner Sitzung am Dienstag immerhin beschlossen, die Schutzfristen für Kolonien auf landeseigenen Grundstücken zu verlängern. Geregelt wird dies durch den neuen Kleingartenentwicklungsplan, der ab sofort die Entwicklungsplan-Version aus dem Jahr 2004 ersetzt.

Von den insgesamt 925 Kleingartenanlagen in Berlin waren bislang 146 bis 2020 geschützt, bei 19 wäre die Sicherung in diesem Jahr ausgelaufen. Nun können die Parzellennutzer in elf Kolonien aufatmen: Auf Vorlage von Stadtentwicklungs- und Umweltsenator Michael Müller (SPD) und in Absprache mit den jeweiligen Bezirksämtern wurden auch ihre Schutzfristen ebenfalls bis 2020 verlängert.

Zu den Schrebergartenanlagen, die nun weitere sechs Jahre lang beackert werden dürfen, zählen die Kolonien Kühler Grund, NCR, Friedenstal (Neukölln), Hamburg (Pankow), Südring (Tempelhof), Paulsborn-Kudowa (Wilmersdorf) sowie Holunderbusch, Kuckucksheim 2, Parkstraße, Treptows Ruh und Salvador-Allende-Straße (Treptow-Köpenick). Die Schutzfrist für die Kolonie Bleibtreu II in Charlottenburg wurde dagegen nur bis zum Jahr 2017 verlängert, weil die benachbarte Feuerwehr das Gelände benötigt.

Schule statt Laube

Ihre Parzellen endgültig räumen, weil die Schutzfrist in diesem Jahr ausläuft, müssen dagegen Laubenpieper in den Kolonien Kalowswerder (Charlottenburg), Ehrliche Arbeit und Reichsbahn Eintracht (Treptow-Köpenick) sowie Pappelheim, Rübezahl, Einigkeit und Zur Elf in Neukölln. „Die Gründe für das Auslaufen der Schutzfrist sind diverse Bauvorhaben“, so Günter Landgraf, Präsident des Landesverbandes Berliner Gartenfreunde. In dem Verein sind rund 700 Kolonien vertreten. So muss beispielsweise die Kolonie Ehrliche Arbeit dem Erweiterungsbau einer Schule weichen, Reichsbahn Eintracht dagegen steht der Verlängerung der Stadtautobahn A 100 im Weg, und die Kolonie Kalowswerder, verkehrsgünstig am S-Bahnhof Jungfernheide gelegen, soll künftig als Wohnungs- und Dienstleistungsstandort dienen.

Im Koalitionsvertrag hatten die Berliner Regierungsparteien CDU und SPD festgestellt, dass Kleingartenanlagen einen erheblichen Beitrag zu mehr Lebensqualität in der Stadt leisten sowie eine wichtige ökologische und soziale Aufgabe erfüllen. Doch die erhoffte Planungssicherheit biete auch der jetzt fortgeschriebene Kleingartenentwicklungsplan nicht, kritisiert Landgraf. „Wir hätten uns eine Schutzfrist bis mindestens 2030 gewünscht“, so der Vereinschef.