Kriminalität

Serie setzt sich fort: Geldautomat in Kino aufgebrochen

Zweiter Fall innerhalb weniger Tage in Berlin

Es ist schon der zweite Fall im neuen Jahr: Wieder haben Unbekannte in Berlin einen Geldautomaten aufgebrochen, dieses Mal in einem Kino an der Boxhagener Straße in Friedrichshain. Wie die Polizei am Montag mitteilte, drangen die Einbrecher durch die Decke einer Toilette im Innenhof in das Kino ein und brachen dann den Automaten im Vorführraum auf. Eine Mitarbeiterin fand den zerstörten Geldautomaten am Sonntagnachmittag, als sie zur Arbeit kam. Ob oder wie viel Geld die Einbrecher erbeutet haben, konnte die Polizei noch nicht sagen.

Erst am Sonntag hatte die Polizei den ersten Fall eines geknackten Geldautomaten in diesem Jahr gemeldet. Unbekannte hatten in der Nacht zuvor versucht, einen Automaten der Sparkasse im U-Bahnhof Kurfürstendamm aufzubrechen. Die Täter hatten die Front aufgestemmt, waren jedoch nicht an die Geldkassette gelangt und dann unerkannt geflüchtet.

In den vergangenen Monaten hatten in Berlin vor allem mehrere Sprengstoff-Attacken auf Geldautomaten für Schlagzeilen gesorgt. Kurz vor Weihnachten war von insgesamt 29 Fällen die Rede. Die Berliner Polizei hat im Sommer eine eigene Ermittlungsgruppe namens „Giro“ zur Aufklärung der Taten gegründet. Bislang jedoch konnten vonseiten der Polizei keine größeren Fahndungserfolge bekannt gegeben werden. Geprüft würde stets, ob es Zusammenhänge zwischen den einzelnen Fällen gebe, heißt es bei der Polizei. Doch ob Banden seit Monaten in Berlin so aktiv sind oder Einzel- und Nachahmungstäter, darüber gibt es offenbar noch keine sicheren Erkenntnisse.

Gas in das Gehäuse geleitet

In den meisten Fällen haben die Täter die Automaten gesprengt, indem sie ein Gas in das Gehäuse geleitet und dann zur Explosion gebracht haben. In anderen Fällen wurden die Geräte aufgestemmt oder aus der Verankerung gerissen. Betroffen waren bereits diverse Banken, die Geldautomaten in Foyers ihrer Filialen, an Bahnhöfen oder Einkaufsstraßen aufstellen. Aber nicht nur auf Geldautomaten haben es Kriminelle abgesehen. Auch Parkscheinautomaten oder Automaten, die im Jobcenter Geld an Hartz-IV-Empfänger ausgeben können, wurden in den vergangenen Monaten gesprengt. Offenbar sei jede Art von Automat, in dem Geld vermutet wird, ein mögliches Ziel der Täter, so ein Polizeisprecher.

Beute machen die Kriminellen längst nicht immer. Oft gelingt es den Tätern wie am U-Bahnhof Kurfürstendamm gar nicht erst, an die gut gesicherte Geldkassette zu gelangen. Oder das Geld wird mittels einer Farbpatrone im Automaten unbrauchbar gemacht, sobald eine Kassette beschädigt wird. Mehrere Male fand die Polizei am Tatort bereits bunt verfärbte Geldscheine, die von den Tätern zurückgelassen worden waren.