Gewalt

Schläger attackieren Polizisten in U-Bahnhof

Die Beamten wollten einen Streit schlichten, dann wurden sie angegriffen. Sie waren nicht im Dienst

Erneut ist es auf einem Bahnhof zu einer brutalen Schlägerei gekommen. Opfer waren dieses Mal zwei Polizeibeamte, beide wurden verletzt. Die Täter konnten flüchten.

Der Vorfall ereignete sich am frühen Freitagabend gegen 17.55 Uhr auf dem U-Bahnhof Frankfurter Tor in Friedrichshain. Zwei zivil gekleidete Polizeibeamte, die sich außer Dienst befanden, beobachteten einen Streit zwischen einem Mann und einem Pärchen. Die Polizeimeisterin und der Polizeioberkommissar sprachen die drei an und versuchten, den Streit zu schlichten. Sie gaben sich allerdings nicht als Polizisten zu erkennen. Als sich das Pärchen entfernte, wollten auch die beiden Beamten ihren Weg fortsetzen und in einen Zug steigen. Doch ein Unbekannter zog den Polizeioberkommissar auf den Bahnsteig zurück und attackierte ihn, indem er unter anderem in Richtung des Kopfes des Beamten trat. Nun kam auch der Mann hinzu, der sich zuvor mit dem Pärchen gestritten hatte, und attackierte den Polizisten mit Faustschlägen. Der Beamte konnte den Schlägen und Tritten weitestgehend ausweichen, verletzte sich aber dennoch an Hand und Bein, als er zu Boden stürzte. Als die Polizeimeisterin helfend eingreifen wollte, wurde auch sie angegriffen und erhielt einen Faustschlag ins Gesicht. Ihr linkes Auge schwoll daraufhin an. Die Täter flüchteten mit einem weiteren Komplizen, der die Schläger während der Prügelei angefeuert hatte.

Immer wieder kommt es im öffentlichen Nahverkehr zu Auseinandersetzungen und Schlägereien, die oft einen nichtigen Anlass haben, aber mit verletzten Menschen enden. Die Landes- und Bundespolizei verzeichnete im Jahr 2012 insgesamt 4459 Körperverletzungen im öffentlichen Nahverkehr in Berlin. Die meisten dieser Taten fanden in S-Bahnen und Regionalzügen statt. Auch über die Weihnachtsfeiertage gab es einige Schlägereien in Bahnhöfen. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) verurteilte den jüngsten Übergriff: „Die Gewalt in unserer Gesellschaft muss endlich mehr thematisiert werden“, sagte der Landesbezirksvorsitzende Michael Purper. Angesichts der Gewalttaten im öffentlichen Nahverkehr seien die Bahn und die BVG in der Pflicht, sich Gedanken über die Sicherheit zu machen.

Da die Opfer am Freitag Polizeibeamte waren, stellt sich die Frage, ob die Täter genauso hemmungslos zugeschlagen hätten, wenn sich die Polizisten als solche zu erkennen gegeben hätten. Letztlich kann darüber nur spekuliert werden. Ein Polizeisprecher rechtfertigte seine Kollegen. „Das ging alles sehr schnell“, sagte er. „Wenn man verprügelt wird, denkt man doch als Erstes daran, wie man da heil rauskommt.“