Sozialpolitik

Erst Kirche, dann Hostel: Neue Lösung für Eisfabrik-Bewohner

Nach einer Nacht in der katholischen Kirche St. Michael in Kreuzberg beziehen die Bewohner der ehemaligen Eisfabrik vorerst ein Hostel in Friedrichshain.

Zu dieser Lösung kam es am Sonnabendnachmittag im Rahmen von Gesprächen zwischen den Obdachlosen und Vertretern der Kirche sowie des Bezirks. Die 20 Personen sind bulgarische Staatsbürger und lebten die vergangenen zwei Jahre in dem verfallenen Backsteinbau an der Köpenicker Straße in Mitte.

Der Eigentümer war vom Verwaltungsgericht aufgefordert worden, das Gelände aus Sicherheitsgründen räumen zu lassen. Der Bezirk wurde verpflichtet, die Obdachlosen unterzubringen. Zunächst wurde ihnen angeboten, bis zu einer längerfristigen Lösung in der Caritas-Notunterkunft in der Franklinstraße bleiben zu können. Da die Obdachlosen sich dort jedoch nicht tagsüber aufhalten könnten und keine Möglichkeit hätten, ihre Sachen unterzubringen, sagte nun Mittes Sozialstadtrat Stephan von Dassel (Grüne) eine Unterbringung im Hostel zu. Die Kosten dafür werden vom Bezirksamt übernommen. Unterdessen können die Obdachlosen ihre Habseligkeiten aus der Eisfabrik holen, die sie zunächst zurückließen.

Für kommenden Montag sind weitere Gespräche zwischen den Beteiligten angekündigt. „Die Obdachlosen können sich ab dem 1. Januar offiziell Arbeit suchen. Sie möchten dann arbeiten und selbst Geld für eine Wohnung verdienen“, sagt Canan Bayram, flüchtlingspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus.