Leserwahl

Berliner des Jahres – Das sind die 50 Kandidaten

Die Leser der Berliner Morgenpost und die Hörer von 104.6 RTL haben ihre Favoriten für 2013 bestimmt

Sie haben entschieden: Die 50 Kandidatinnen und Kandidaten für die Wahl zum Berliner des Jahres 2013 stehen fest. Auf dieser Seite finden Sie die Menschen, die in diesem Jahr Besonderes in unserer Stadt und für unsere Stadt geleistet haben. Sie haben Regisseure und Schauspieler, Trainer und Sportler, Firmengründer und Unternehmer, Musiker und Schriftsteller, Pfarrer und Politiker nominiert. Viele der Prominenten engagieren sich ehrenamtlich. Aber auch Berliner, die nicht allen bekannt sind, haben es in die Auswahl geschafft. Menschen, die sich für andere einsetzen, die Spenden gesammelt oder ihr Leben riskiert haben, um anderen zu helfen.

Wie schon im vergangenen Jahr gehört Tina K., deren Bruder in der Nähe des Alexanderplatzes zu Tode geprügelt wurde, zu den Persönlichkeiten, die häufig genannt wurden. „Tina hat einen persönlich unwiederbringlichen Verlust erlitten“, schreibt unsere Leserin Gabriele Lippold. „Verluste erleiden viele, aber kaum eine Person tritt danach so couragiert gegen Gewalt auf.“ Sebastian Puhl rettete im Mai einen neunjährigen Jungen aus dem Wannsee, Heinz-Joachim Hauser belebte einen Sechsjährigen wieder, dessen Herz stehen geblieben war – diese Taten haben unsere Leser nicht vergessen.

Bei den Prominenten liegen in diesem Jahr Intendanten, Künstler und Sportler gut im Rennen. Barrie Kosky, Intendant der Komischen Oper, und Dieter Kosslick, Leiter der Berlinale, sind dabei, aber auch die Schauspieler Hannah Herzsprung, Tom Schilling und Matthias Schweighöfer wurden zahlreich genannt. Tennisspielerin Sabine Lisicki beeindruckte viele Leser und Hörer durch ihren Auftritt in Wimbledon, wo sie das Finale erreichte. Hertha-Trainer Jos Luhukay wurde ebenfalls oft benannt. „Er hat nicht nur die Profimannschaft von Hertha BSC sehr erfolgreich trainiert, sondern hebt sich auch durch sein ruhiges und sachliches Auftreten in der Öffentlichkeit in vorbildlicher Weise von den Wichtigtuern und Schaumschlägern seiner Branche ab“, schreibt Wolf-Rüdiger Heilmann.

Jetzt entscheidet unsere Jury. Bis zum Jahreswechsel sucht sie aus den Kandidaten die Berlinerin oder den Berliner des Jahres 2013 aus. In der Ausgabe der Berliner Morgenpost vom 3. Januar 2014 lesen Sie dann, wer die Wahl gewonnen hat. Dort veröffentlichen wir auch die Namen der anderen neun Persönlichkeiten, die es in diesem Jahr in die Top Ten geschafft haben.

Achilles, Daniel, 37, Koch im Restaurant „Reinstoff“ in Mitte. Es bekommt 18 Punkte im Restaurantführer „Gault Millau“ 2014. Dort wird der gebürtige Leipziger als „Koch des Jahres“ eingestuft.

Barenboim, Daniel, 71, Dirigent. Der Generalmusikdirektor der Staatsoper Unter den Linden wurde für seine besonderen Verdienste um Berlin mit der Ernst-Reuter-Plakette ausgezeichnet.

Bendzko, Tim, 28, Sänger. Hat im Dezember sein neues Doppelalbum „Am seidenen Faden/Unter die Haut" herausgebracht. Im August begeisterte er 20.000 Zuschauer beim Konzert in der Waldbühne.

Berben, Iris, 63, Schauspielerin. Sie war in „Ein weites Herz – Schicksalsjahre einer deutschen Familie“ zu sehen. Iris Berben engagiert sich gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus.

Boateng, Jérôme, 25, Fußball-Profi. Der Ex-Herthaner, der für Bayern München spielt, ist Schirmherr des Jugendsozialprojekts „Mitternachtssport“ und Unesco-Botschafter für ein Kinderprojekt in Rio de Janeiro.

Brühl, Daniel, 35, Schauspieler. Für seine Rolle als Niki Lauda im Kino-Film „Rush“ ist er für den Golden Globe (Bester Nebendarsteller) nominiert worden. Ihm werden Chancen auf einen Oscar eingeräumt.

Diether, Matthias, 39, Koch. Er ist der „Berliner Meisterkoch des Jahres“. Außerdem hat der Bertelsmann Guide den Küchenchef vom „First Floor" im Palace Hotel Berlin zum „Koch des Jahres" gekürt.

Erdogan, Kazim, 60, Psychologe. Er will verhindern, dass junge Muslime als Kämpfer in den Krieg in Syrien ziehen. Erdogan betreut Neuköllner Väter, die sich auch mit dieser Gefahr auseinandersetzen.

Felski, Sven, 39, Eishockeyspieler. Sechs Meistertitel hat der Mann aus Hohenschönhausen mit den Eisbären geholt und 1000 Spiele für den Club bestritten. Nummer 1001 war das Abschiedsspiel im August.

Fitzek, Sebastian, 42, Schriftsteller. „Noah“ heißt der neue Roman des erfolgreichen Autors. Er ist ein Meister des Psychothrillers. Seine Bestseller wurden in mehr als 20 Sprachen übersetzt.

Flebbe, Hans-Joachim, 62, Kinobetreiber, hat den legendären „Zoo Palast“ zu neuem Leben erweckt. Er hat das Traditionskino mit neuester Technik ausgestattet und das altvertraute Interieur erhalten.

Germer, Martin, 57, Pfarrer. Dank seines Engagements ist der Alte Turm der Gedächtniskirche saniert worden. Das Glockenspiel erklingt wieder. Er sammelte Spenden und vermittelte Fugenpatenschaften.

Gerster, Jan-Ole, 35, Regisseur von „Oh Boy“. Der Film erhielt den Deutschen Filmpreis für die beste Regie und das beste Drehbuch. Er gewann den Europäischen Filmpreis als bester Nachwuchsfilm.

Greve, Torben, 38, Mitbegründer von „meinfernbus.de“ und einer der erfolgreichsten Unternehmer der Stadt. Sein Start-up hat sich rasant entwickelt. Es kooperiert mit knapp 50 Busunternehmen.

Hallervorden, Dieter, 78, Schauspieler. Im Kino-Film „Sein letztes Rennen“ beeindruckt er als gealterter Marathon-Läufer. Der Betreiber des Schlosspark-Theaters spielt auch im Stück „Sonny Boys“.

Hausding, Patrick, 24, Wasserspringer. Der Sportsoldat holte bei der Schwimm-WM in Barcelona die Goldmedaille im Synchronspringen vom Zehn-Meter-Turm und war auch bei der EM in Rostock erfolgreich.

Hauser, Heinz-Joachim, 43, Lebensretter. Der Feuerwehrmann und Rettungssanitäter belebte einen sechs Jahre alten Nachbarjungen wieder, dessen Herz bereits aufgehört hatte zu schlagen.

Heinzerling, Maren, 74, Eisenbahningenieurin. Ihr Projekt „Zauberhafte Physik in Grundschulen“ hat viel Erfolg. 2013 war sie für den Deutschen Alterspreis der Robert-Bosch-Stiftung nominiert.

Herzsprung, Hannah, 32, Schauspielerin. Sie spielte die Rolle der Julia Hausmann in der ARD-Familienserie „Weissensee“ über das Leben in der DDR. Im Herbst wurde die zweite Staffel ausgestrahlt.

Hofmann, Nico, 54, Filmproduzent. Der mehrfach ausgezeichnete Fernseh-Dreiteiler „Unsere Mütter, unsere Väter“ wurde in mehr als 60 Länder verkauft. Auch die Satire „Der Minister“ hatte Erfolg.

K., Tina, 29, die Schwester von Jonny K. Sie engagiert sich in dem Verein „I Am Jonny“ für mehr Zivilcourage. Und dafür, dass gewaltsame Übergriffe – wie auf ihren Bruder – nicht mehr geschehen.

Knauer, Alexandra, 47, Unternehmerin. Sie lädt ihre Mitarbeiter zu Kochevents ein, zahlt „Begrüßungsgeld“ für neugeborene Kinder der Beschäftigten und beteiligt sich an den Kita-Gebühren.

Kosky, Barrie, 46, Intendant der Komischen Oper. Das Haus ist von Musikkritikern aus Europa und den USA zum „Opernhaus des Jahres“ gewählt worden. Als herausragend gilt die Aufführung der „Zauberflöte“.

Kosslick, Dieter, 65, Berlinale-Chef. Er holt große Stars und Weltpremieren zu den Filmfestspielen nach Berlin und behauptet sich mit dem Programm gegen die internationale Konkurrenz.

Kotulla, Matthias, 42, Polizei-Feuerwerker. Er entschärfte mit sicherer Hand eine 500-Kilogramm-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg in Schmargendorf. Tausende Anwohner dankten ihm.

Kretschmer, Guido Maria, 48, Modedesigner. Er brachte sein erstes Buch heraus, trat als Juror in der Show „Das Supertalent“ auf und hat seine eigene erfolgreiche Sendung „Shopping Queen".

Lewitscharoff, Sibylle, 59, Schriftstellerin. Sie wurde mit dem Georg-Büchner-Preis geehrt. Dieser gilt als die wichtigste deutsche Auszeichnung für Autoren und ist mit 50.000 Euro dotiert.

Lisicki, Sabine, 24, Tennisspielerin. Sie stand im Damen-Einzel-Finale von Wimbledon – als erste deutsche Spielerin seit Steffi Graf 1999. Im Laufe des Turniers hatte sie auch die Weltranglistenerste besiegt.

Luhukay, Jos, 50, Fußballtrainer. Er führte Hertha BSC zurück in die Bundesliga – und dort weit nach vorne. Konsequent brachte er das Team voran und verbesserte das Ansehen des Clubs.

Madisch, Ijad, 32, Geschäftsführer. Er gründete das Forscher-Netzwerk „Researchgate“. Ein spektakuläres Start-up, US-Investoren stecken 35 Millionen US-Dollar Euro in die Firma. Auch Bill Gates ist dabei.

Mehdorn, Hartmut, 71, BER-Chef. Der Manager übernahm den unangenehmsten Job in der Stadt. Er muss das mit vielen Peinlichkeiten behaftete Großflughafen-Projekt zu Ende bringen.

Meyer, Inès, 57, Geschäftsführerin. Sie leitet mit viel Engagement das Kinderhaus Berlin-Mitte, das Kinder aus Familien in Krisensituationen aufnimmt und ihnen ein neues Zuhause bietet.

Mora, Terézia, 42, Schriftstellerin. Sie wurde mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet. Ihr Werk „Das Ungeheuer“ wurde als bester deutschsprachiger Roman in diesem Jahr ausgewählt.

Nikutta, Sigrid, 44, BVG-Chefin. Gemeinsam mit dem Arbeitsamt startete sie eine Initiative, langzeitarbeitslose Frauen als Busfahrerinnen zu gewinnen. Mehr als 40 wurden von der BVG eingestellt.

Puhl, Dieter, 56, Leiter der Bahnhofsmission am Zoo. Er nennt sie seine „Gäste“ – die vielen Obdachlosen, die in der Mission bewirtet werden, medizinische Hilfe bekommen und übernachten können.

Puhl, Sebastian (29), Rettungsschwimmer vom DLRG. Er rettete einen Jungen, der bei einer Segelregatta auf dem Wannsee gekentert war. Eine Leine hatte sich um den Hals des Neunjährigen gewickelt.

Rauh, Robert, 46, Lehrer am Barnim-Gymnasium in Lichtenberg. Er hat den Deutschen Lehrerpreis bekommen und einen Aufruf im Internet veröffentlicht, um das Schulwesen in Deutschland zu verbessern.

Riedel-Breidenstein, Dagmar, 61, Soziologin. In Neukölln gründete sie 2007 den Verein „Heroes“, in dem junge Männer aus muslimischen Familien lernen, wie sie ihre Vorurteile gegenüber Frauen ablegen.

Schilling, Tom, 32, Schauspieler. Der hochtalentierte Künstler („Unsere Mütter, unsere Väter“, „Oh Boy") räumte Preise ab. Er bekam den Bayerischen und den Deutschen Filmpreis sowie einen Bambi.

Schulz, Jürgen, 74, Gründer der Björn-Schulz-Stiftung. Er hilft Familien mit chronisch und unheilbar kranken Kindern und sammelt Spenden für das Hospiz. 1982 starb sein Sohn Björn an Leukämie.

Schweighöfer, Matthias, 32, Schauspieler. Für ihn war es ein Spitzenjahr. Er produzierte die Komödie „Frau Ella“ und spielte selbst mit, war in „Kokowääh 2“ zu sehen und führte im „Schlussmacher“ auch Regie.

Schweitzer, Eric, 48, Unternehmer. Der langjährige Präsident der Industrie- und Handelskammer Berlin wurde zum Präsidenten des Deutschen Industrie- und Handelskammertages gewählt.

Siggelkow, Bernd, 49, Gründer und Vorstand des christlichen Kinder- und Jugendwerks „Die Arche“. Der Verein bietet sinnvolle Freizeitgestaltung für Kinder, die in Armut leben oder vernachlässigt werden.

Stangl, Gabriele, 51, Pfarrerin. Im September 2000 richtete sie im Krankenhaus Waldfriede die erste Berliner Babyklappe ein und sorgte außerdem dafür, dass Frauen anonym entbinden können.

Ströbele, Hans-Christian, 74, Bundestagsabgeordneter der Grünen. Er traf den Ex-NSA-Mitarbeiter Edward Snowden in Moskau und holte bei der Bundestagswahl zum dritten Mal in Folge das Direktmandat.

Tawil, Adel, 35, Sänger von „Ich + Ich“. Nach den großen Erfolgen im Duo begann er seine Solo-Karriere und hatte schon mit der ersten Single Erfolg. Sein erstes Solo-Album ist erschienen.

Untermann, Daniel, 34, Handball-Trainer aus Prenzlauer Berg. Er startete auf Facebook die Spendenaktion „Handballer helfen“ für Vereine, die vom Hochwasser betroffen waren, und stieß auf riesige Resonanz.

Walizada, Sadaf, 12, Flüchtling aus Afghanistan. Sie sprach Bundespräsident Joachim Gauck bei einer Veranstaltung an und bat um Hilfe. Mit Erfolg. Die drohende Abschiebung der Familie wurde verhindert.

Wall, Daniel, 47, Unternehmer. Zum zehnten Mal lässt er den Kudamm weihnachtlich beleuchten und macht den Boulevard mit der Vielzahl der strahlenden Lichter zu einer ganz besonderen Attraktion.

Werth, Sabine, 56, Sozialpädagogin. Vor 20 Jahren gründete sie die Berliner Tafel, die zu einer bekannten Institution geworden ist. Der Verein sammelt und verteilt Lebensmittel an Bedürftige in der Stadt.