Internationale Gartenausstellung

Berlin bekommt nach 60 Jahren eine Seilbahn

Sie soll 2017 IGA-Besucher in Marzahn befördern

Nach 60 Jahren erhält Berlin wieder eine Seilbahn als Anziehungspunkt. Zur Internationalen Gartenausstellung (IGA) 2017 in Marzahn-Hellersdorf soll sie ihren Non-Stop-Betrieb aufnehmen. „Das steht nun hundertprozentig fest, zumal wir dieses Verkehrsmittel unbedingt brauchen, um einen Großteil der erwarteten 2,4 Millionen Besucher zu befördern“, sagten am Dienstag die IGA-Geschäftsführer Christoph Schmidt und Katharina Langsch. Die bisher letzte Berliner Seilbahn hatte es 1957/58 zur Internationalen Bauausstellung im Hansaviertel gegeben. Der Vertrag der IGA Berlin 2017 GmbH mit einem Investor und einem Betreiber soll nach langen Verhandlungen im Januar unterzeichnet werden. Die Baukosten liegen voraussichtlich bei zwölf Millionen Euro. Ein gängiger Name für die Seilbahn ist bereits im Gespräch: Metropolenbahn.

Schmidt stellte auch die wohl endgültige Linienführung vor. Die Bahn soll vom U-Bahnhof Neue Grottkauer Straße (U5) über das Wuhletal auf den 102 Meter hohen Kienberg mit der futuristischen, begehbaren Plattform „Wolkenhain" und über die „Gärten der Welt“ bis zum neuen Besucherzentrum Blumberger Damm und zurück schweben – eine herrliche Aussicht inbegriffen. Die Gesamtstrecke für den Transport von stündlich bis zu 3000 Besuchern beträgt 2,4 Kilometer. Das Planfeststellungsverfahren startet im kommenden Frühjahr.

Umweltverträgliche Lösung

Die IGA-Chefs versicherten erneut besorgten Naturschützern und Anwohnern, dass eine umwelt- und naturverträgliche Variante für die Seilbahn und Gartenschau gefunden werde. Im Wuhletal mit seinen sensiblen Brut- und Niststätten sei die Installation von Stützpfeilern ausgeschlossen. Ihre Anzahl werde auf ein technisches Mindestmaß reduziert. Den Naturschutzverbänden legt die IGA 2017 GmbH nahe, keine Chance zu vergeben, sondern konstruktiv an dem Gartenfestival mitzuarbeiten. Schmidt: „Bisher ist zu viel von Eingriffen in die Natur die Rede.“ Der Naturschutz spiele vielmehr bei der IGA eine gebührende Rolle. So sollen ein Naturlehrpfad, ein „grünes IGA-Klassenzimmer", ein Flachwasser-Biotop anstatt eines Badesees und ein internationales Schulgartencamp entstehen. Auch eine Tropenhalle mit Schmetterlingshaus und die Umgestaltung des Kienberg-Pionierwaldes zu einem Stadtwald sind geplant. Auf einer neuen Freilichtbühne werden zudem vor bis zu 5000 Zuschauern Stars aus Klassik, Pop und Rock auftreten.