Immobilien

Poelchau-Schule soll auf Sicherheit geprüft werden

Eltern in großer Sorge nach Fensterdrama

Die Poelchau-Schule in Charlottenburg will die Senatsbildungsverwaltung um die Überprüfung des gesamten Gebäudes auf seine bauliche Sicherheit bitten. Das war das Ergebnis eines Gesprächs zwischen Schulleitung und Eltern am Montag. Nur durch ein fachliches Gutachten würden sich die Ängste der Eltern ausräumen lassen, sagte der Schulleiter Matthias Rösner.

Am vergangenen Donnerstag fiel an der Poelchau-Oberschule ein Fenster aus dem Scharnier und verletzte drei Schüler, die in unmittelbarer Nähe saßen. Die für das Gebäude zuständige Immobiliengesellschaft BIM, die die landeseigene Immobilie verwaltet, hatte Ingenieure und einen Tischler beauftragt, die Sicherheit der Fenster zu prüfen.

Laut Gutachten der BIM habe sich bei dem Dreh-Kipp-Fenster eine Schere, die das Fenster beim Ankippen halten soll, gelöst. „Für die übrigen Drehkippfenster besteht meines Erachtens bei sachgemäßer Öffnung keine akute Absturzgefahr“, heißt es in einem Gutachten. Dennoch sollten am Wochenende alle Drehkippfenster auf Drehfenster umgerüstet werden. Zudem wird ein Öffnungsbegrenzer eingebaut. Umgerüstet werden auch die Fenster an der benachbarten baugleichen Anna-Freud-Schule.

Nach Angaben des Schulleiters waren die Arbeiten am Montag noch nicht ganz abgeschlossen. Der Unterricht an der Schule wurde fortgesetzt. Bis zur Sicherung aller Fenster sollten die Schüler nicht in Fensternähe sitzen. „Es ist ganz klar, dass das Haus sanierungsbedürftig ist. Von dem Gebäude geht aber keine Gefahr aus“, sagt die Sprecherin der BIM, Katja Cweijn. Doch darauf wollen viele Eltern nicht vertrauen. Sie fordern eine erneute Überprüfung, denn auch die Fenster waren erst im August begutachtet worden. Dabei waren keine Mängel festgestellt worden.

Aufgrund des maroden Zustandes und der Asbestbelastung des Gebäudes ist ohnehin geplant, dass die Eliteschule des Sports 2015 auf das Olympiagelände umzieht. Der Umbau eines denkmalgeschützten Gebäudes hat erst kürzlich begonnen. Die Stimmung in der Elternschaft ist gespalten. Während die einen fordern, dass die Schüler sofort übergangsweise in anderen Räumen unterrichtet werden, befürchten andere, dass die Kinder dann auf verschiedene Schulen aufgeteilt werden müssten.