Medizin

Hightech-OP mit Mini-Robotern

An der Charité ermöglichen neueste Computertechnologie und Medizintechnik schnelle und präzise Eingriffe

– Auf dem Campus Virchow in Wedding hat die Universitätsmedizin der Charité am Freitag einen hochmodernen Operationssaal eröffnet. Der sogenannte Robotik-Operationssaal ist mit neuester Computertechnologie und Medizintechnik ausgestattet. Zur Ausrüstung gehören sprachgesteuerte Mini-Roboter, die Operationsinstrumente halten, und mit Carbonplatten versehene OP-Tische, die durchleuchtungsfähig sind und so während des laufenden Eingriffs Röntgenaufnahmen ermöglichen. Bilder werden auf hochauflösenden Displays an den Wänden und auf Monitore direkt am Operationstisch übertragen. Die kabellosen Bildschirme und Versorgungseinheiten am OP-Tisch können die Mediziner intuitiv über Touchpanel bedienen. Kooperationspartner bei Entwicklung und Ausstattung des Robotik-Saales war der Medizintechnik-Hersteller „Trumpf Medizin Systeme“ mit Sitz in Ditzingen (Baden-Württemberg).

„Die enge Zusammenarbeit von Medizinern und Ingenieuren bringt Vorteile für alle Beteiligten“, sagte der Ärztliche Direktor der Charité, Ulrich Frei. Insbesondere würden Patienten davon profitieren. „Sie erhalten eine Behandlung von erfahrenen Charité-Experten mit den neuesten technischen Möglichkeiten.“ So verkürzt die moderne Technik die Operationsdauer und damit die Zeit unter belastender Narkose. Computergeführte Operationsverfahren würden zudem Eingriffe ermöglichen, die in der konventionellen Chirurgie als zu risikoreich gelten, betonte Erwin Keeve, Direktor des Zentrums für Mechatronische Medizintechnik. Der Hightech-OP kann von unterschiedlichen Fachdisziplinen vor allem für minimalinvasive, aber auch andere computergestützte Eingriffe genutzt werden. Vorerst ist er für die Neurochirurgie, die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie sowie die Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde bestimmt.