Serie: Weihnachtsplaner

O Tannenbaum

Wann kaufen? Wie lagern? Und vor allem: Tanne oder Fichte? Ein Experte über den Umgang mit dem Weihnachtsbaum

In neun von zehn Familien in Deutschland gehört zum Weihnachtsfest ein Baum, zwischen 23 und 25 Millionen Weihnachtsbäume werden jährlich verkauft. An Verkaufsständen und auf den Plantagen stehen Familienväter, Paare, Großmütter und diskutieren mit Hingabe Vorzüge und Nachteile des ausgesuchten Exemplars. Lieber Blau- oder Rotfichte? Oder doch die gute alte Nordmanntanne? Wann sollte ich den Baum kaufen? Und muss ich mir Sorgen machen, wenn das gute Stück schon kurz nach dem Kauf nadelt? Baumexperte Hans-Georg Dreßler weiß, wie man den perfekten Baum findet. Schließlich ist er Sprecher des Verbands der Weihnachtsbaumerzeuger. Mit ihm sprach Anette Nayhauß.

Berliner Morgenpost:

Ganz früh, damit es noch viel Auswahl gibt, oder ganz spät, weil er dann am frischesten ist: Wann ist der beste Zeitpunkt, um den Weihnachtsbaum zu kaufen?

Hans-Georg Dreßler:

Auch wenn die ersten Bäume schon Mitte November verkauft wurden: So richtig los geht es mit der Nachfrage erst um den 10. Dezember. Und deshalb gibt es jetzt auch das größte Angebot. Es ist auch durchaus möglich, dass der Baum frischer ist, wenn Sie ihn später kaufen. Die Ernte läuft bis kurz vor Weihnachten. Allerdings können Sie davon ausgehen, dass der Baum bis Weihnachten hält, auch wenn Sie ihn jetzt schon kaufen.

Woran erkenne ich denn, ob der Baum frisch ist?

Am einfachsten ist das für den Laien an der Schnittstelle zu erkennen. Je heller sie ist, desto frischer ist der Baum. Auch die Nadeln können einen Hinweis geben: Wenn sie glänzen, ist der Baum frisch. Aber das ist schon etwas schwieriger zu erkennen. Ob der Baum ein bisschen nadelt, sagt dagegen gar nichts darüber aus, wann er geschnitten wurde. Das tut er in der Natur auch. Wenn Sie eine Tanne im Garten schütteln, fallen ein paar Nadeln runter, das ist einfach so.

Kann ich den Baum ruhig an einem Stand am Straßenrand kaufen?

Ob Sie nun an der Straßenecke kaufen oder anderswo, das macht in der Regel keinen Unterschied. Es sei denn, Sie wollen sich das besondere Vergnügen gönnen und den Baum selbst schlagen. Das machen vor allem Familien gern, aber da geht es eher um das Erlebnis als darum, einen frischeren Baum zu bekommen.

Geschlagen oder im Topf?

Das kommt darauf an, was Sie damit machen wollen. Und Sie müssen wissen: Es gibt keine Garantie, dass der Baum hinterher im Garten anwächst. Die Wurzelballen werden bei den Weihnachtsbäumen im Topf abgestochen. Außerdem dürfen Sie den Baum nicht allzu lange im Haus behalten. Wenn dann nach Weihnachten gerade Frost ist, bekommen Sie ihn nicht in den Boden.

Was mache ich bis Weihnachten am besten mit dem Baum?

Sie sollten ihn noch nicht ins Zimmer stellen, sondern möglichst an einer sonnen- und windgeschützten Stelle im Freien lagern. Am besten schneiden Sie ihn noch einmal an und stellen ihn in einen Eimer Wasser. Wenn es friert, stellen Sie ihn allerdings besser in den Keller oder in die Garage. Einen Tag vor dem Schmücken sollten Sie ihn ins Haus holen, mit Netz in den Baumständer stellen und erst dann das Netz von unten nach oben aufschneiden und abnehmen.

Wie bleibt er frisch?

In einem Baumständer mit Wasserbehälter. Ein zwei Meter hoher Baum braucht bis zu zwei Liter Wasser am Tag, deshalb sollten Sie regelmäßig Wasser nachgießen – und den Baum möglichst nicht direkt vor die Heizung stellen. Dort nadelt er besonders schnell.

Welchen Baum kaufen die meisten? Gibt es einen Trendbaum?

75 Prozent der Deutschen kaufen eine Nordmanntanne, im Norden sogar 80 Prozent. 15 Prozent entscheiden sich für eine Blaufichte. Da bleibt für die anderen gar nicht mehr viel übrig.

Und was für einen Weihnachtsbaum nehmen Sie selbst?

Wir nehmen jedes Jahr eine Blaufichte. Sie hat etwas, das der Nordmanntanne fehlt, das meiner Familie und mir aber sehr wichtig ist – den Duft.