Jahreswechsel

Ins neue Jahr mit Scooter, Heino und Frida Gold

Zur Silvester-Party am Brandenburger Tor werden 750.000 Besucher erwartet

80.000 Quadratmeter Festgelände, rund 300 Quadratmeter strahlende LED-Wände, 260 nationale und internationale Künstler und insgesamt 6000 Feuerwerkskörper – die große Berliner Silvester-Party zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule verspricht, ein Fest der Superlative zu werden. Die Partymeile auf der Straße des 17. Juni soll am letzten Tag des Jahres wieder mehrere Hunderttausend Feiernde anlocken. Die Veranstalter rechnen mit 750.000 Besuchern. Der Eintritt für das Spektakel inklusive vieler Liveacts und der Bühnenshow, das die Silvester in Berlin GmbH zum 19. Mal veranstaltet, ist kostenlos.

Berlin ist ein mehr als beliebtes Ziel über den Jahreswechsel: Im vergangenen Jahr waren rund zwei Millionen Menschen aus aller Welt angereist, um Silvester in der deutschen Hauptstadt zu verbringen. Rund 13 Prozent der europaweiten Hotelanfragen gingen damals an Berlin.

ZDF überträgt ab 21.45 Uhr

Und einer der Haupt-Anziehungspunkte ist die große Silvester-Party am Brandenburger Tor, die die Straße des 17. Juni in eine riesige Outdoor-Diskothek verwandelt. „Viele Touristen kommen nur deshalb nach Berlin“, sagte Veranstalter Willy Kausch. „Und wir wollen 2013 eine besonders tolle Party auf die Beine stellen, damit wir nächstes Jahr verdient Jubiläum feiern können.“

Los geht es um 19 Uhr. Auch die Radio-Sender Radio Berlin 88,8 und Berlins Hitradio 104.6 RTL wirken dieses Jahr in Kooperation mit der RBB-Abendschau mit. Um 21.45 Uhr schaltet sich dann das ZDF mit der Sendung „Willkommen 2014“ ein. Showmaster sind die Berlinerin Andrea Kiewel und ihr Kollege Alexander Mazza.

Auf der Bühne werden Stars wie Adel Tawil, Matthias Reim, Heino, Santiano, Frida Gold, Scooter, das Trans Sibirian Orchestra und viele weitere Live-Acts für Stimmung sorgen.

Höhepunkt wird das elfminütige Höhenfeuerwerk um Mitternacht sein. Danach wird zu den Klängen von bekannten DJs wie Sherman Noir & The Highway Surfers ins neue Jahr getanzt. Essen und Getränke werden in Großzelten und an Ständen, die sich über das gesamte Gelände verteilen, verkauft.

Den diesjährigen Charity Partner stellt die African Medical and Research Foundation (Amref). Bekannt für ihre „Flying Doctors“, leistet Amref nicht nur Katastrophenhilfe, sondern baut einen Gesundheitsdienst in Afrika auf und bildet Ärzte aus. Über 90 Prozent ihrer Mitarbeiter stammen aus Afrika, was Amref von vielen anderen Hilfsorganisationen unterscheidet. Am Silvesterabend startet eine Aktion, bei der jeder Feiernde kurz vor Jahresende noch einmal dazu aufgerufen wird, per SMS für die Organisation zu spenden und lieber an den Knallern zu sparen, so der Amref-Botschafter und Schauspieler Harald Krassnitzer.

Weitgehend finanziert wird das Mega-Spektakel von Sponsoren – ohne die wäre die Party „nicht zu stemmen“, sagte Kausch. Neben Coca-Cola beteiligen sich auch Berliner Kindl, Rotkäppchen und Opel in diesem Jahr an den Kosten. Obwohl die Feier der Hauptstadt zum Ende des Jahres noch einmal einen Touristen-Boom verschafft, müsse der Veranstalter die allgemein gültige Flächennutzungsgebühr an die Stadt zahlen. Auch Sicherheitsmitarbeiter, Strom und Reinigung in Höhe von fünfstelligen Summen würden komplett von den Sponsoren übernommen, so Kausch weiter.

Hinzu komme der Zaun zum Schutz des Tiergartens – er treibe die Kosten mit über 100.000 Euro in die Höhe. Bei Veranstaltungen mit mehr als 100.000 Besuchern ist das Pflicht für den jeweiligen Veranstalter.

Die Diskussion über einen dauerhaften Zaun rund um den Tiergarten beschäftigt seit einigen Monaten die Berliner Politik. Die Befürworter eines festen Zauns argumentieren mit dem Schutz des Tiergartens. Die Gegner argumentieren unter anderem damit, dass es seit dem Bestehen des Parks noch nie einen Zaun gegeben habe und er auch jetzt nicht nötig sei. Zudem sei der Tiergarten ein Ort der Erholung und solle nicht zu einem Veranstaltungsort umfunktioniert werden. Daher stehen nun versenkbare Barrieren, die immer nur für eine bestimmte Zeit zum Einsatz kämen, zur Debatte.

Hohe Kosten für den Zaun

Eine endgültige Lösung ist noch nicht in Sicht – und solange müssen die Veranstalter der Events noch für die anfallenden Kosten eines provisorischen Zaunes aufkommen.

Um einen unerfreulichen Rutsch ins neue Jahr zu vermeiden, steht die Sicherheit wieder an erster Stelle. Rund 400 Ordner auf dem Festgelände sollen für einen friedlichen Ablauf der Nacht sorgen. Angrenzende Straßen und der Pariser Platz werden gesperrt. Polizei und Veranstalter empfehlen den Besuchern deshalb, das Auto stehen zu lassen und mit öffentlichen Verkehrsmitteln bis zum Hauptbahnhof, Potsdamer Platz oder Tiergarten zu fahren.

Ebenfalls aus Sicherheitsgründen – und wie in den Jahren zuvor auch schon – dürfen keine Feuerwerkskörper, Böller und Raketen, Glasflaschen und Alkohol auf das Gelände mitgebracht werden.

Die Partymeile öffnet bereits am Montag, dem 30. Dezember, und bietet, neben einem kleinen Unterhaltungsprogramm, ab 14 Uhr auch die Möglichkeit, zahlreiche Musikproben zu erleben.