Räumungen

5500 landeseigene Mietwohnungen seit 2008 zwangsgeräumt

Hohe Mietrückstände, unerlaubte Untervermietung, Lärmbelästigung und Verwahrlosung:

Das sind nach Auskunft des Staatssekretärs für Wohnen, Ephraim Gothe (SPD), die Hauptgründe für Klagen gegen die Mieter bei den sechs landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften. Seit 2008 zogen Gesobau, Howoge, Degewo, Gewobag, Stadt und Land sowie die WBM knapp 17.500 Mal gegen ihre Mieter vor Gericht. In rund 5500 Fällen endete das Verfahren mit der Zwangsräumung der Wohnung. Das geht aus der Antwort des Staatssekretärs auf eine Anfrage des Abgeordneten Oliver Höfinghoff (Piraten) hervor.

Aktuell verwalten die sechs landeseigenen Unternehmen rund 285.000 Wohnungen in Berlin. Auch die ebenfalls nahezu vollständig im Landesbesitz befindliche Berlinovo, die in Berlin rund 20.000 Wohnungen vermietet, zieht häufig gegen ihre Mieter vor Gericht, wie die Anfrage des Abgeordneten Höfinghoff ergeben hat. Seit 2008 führte das Unternehmen demnach rund 5500 Verfahren gegen seine Mieter. 647 Mal endeten die gerichtlichen Auseinandersetzungen für die Mieter mit dem Verlust ihrer Wohnung durch Zwangsräumung.

Die mit Abstand größte Zahl der Räumungen ist laut Gothe auf Zahlungsrückstände zurückzuführen. „Leider kümmern sich viele Mieter nicht rechtzeitig um entsprechende Hilfen“, so Gothe weiter. In jedem dieser Fälle würden die Bezirksämter eingeschaltet werden. Die soziale Wohnhilfe schreibe die betroffenen Mieter an und biete die Möglichkeit einer Übernahme der Miete durch einen Sozialhilfeträger oder Ersatzwohnraum an. Zudem gebe es die Mietschuldnerberatung. Doch viele Betroffene würden keinerlei Kooperationsbereitschaft zeigen.