Vergleich

Olympiastadion wird acht Millionen Euro teurer

Vergleich beendet Streit mit der insolventen Walter Bau

Berlin kann nach mehr als einem Jahrzehnt das Kapitel Sanierung des Olympiastadions abschließen. Im Streit mit dem Insolvenzverwalter des bankrotten Baukonzerns Walter Bau ist das Land bereit, sich auf einen vom Landgericht vorgeschlagenen Vergleich einzulassen. Der Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses billigte am Mittwoch den Vorschlag des Senats. Berlin muss noch acht Millionen Euro für das Stadion bezahlen.

Das Augsburger Unternehmen war einer der größten deutschen Baukonzerne und hatte den Auftrag erhalten, für 242 Millionen Euro die Arena für die Fußball-WM 2006 zu sanieren. Ein gutes Jahr vor dem Turnier musste Walter Bau jedoch Insolvenz anmelden. Unter anderem gab es Streit mit dem Land Berlin als Bauherr und aufgrund Nachforderungen von 28 Millionen Euro wegen unerwarteter Funde des krebserregenden Stoffes PCB. Gleichzeitig machte der Senat Forderungen gegen den Insolvenzverwalter geltend. 2007 reichte der in Augsburg ansässige Verwalter Klage ein, wollte 23 Millionen Euro vom Land. Berlin wiederum verlangte 37 Millionen.

Der letzte Stand der gegenseitigen Aufrechnungen lag bei 52,7 Millionen Euro plus Zinsen, die Walter Bau noch von Berlin haben wollte, und einer Gegenforderung des Landes über 26,5 Millionen. Würde man alle Ansprüche beider Seiten erfüllen, bliebe ein Minus von 26,2 Millionen zulasten Berlins. Die Richter haben die Grundlagen dieser Forderungen untersucht und sind zu dem Schluss gekommen, dass es ein fairer Vergleich wäre, wenn Berlin acht Millionen Euro plus Zinsen bezahlt. Offensichtlich stecken in dieser Summe unstrittige Sachverhalte, wenn Mehrkosten für die Baufirma etwa durch Zusatzwünsche des Landes als Bauherr verursacht worden sind.

Die Alternative wäre ein umfangreiches Beweisaufnahmeverfahren, bei dem jede Position einzeln zu prüfen und zu bewerten wäre. Die ganze Zeit würde die Zinsuhr ticken, die am Ende zu zahlende Summe könnte für Berlin noch größer werden. Vor diesem Hintergrund beschlossen die Abgeordneten, den Vergleich anzunehmen.