Aufwärtstrend

Berliner Flughäfen rechnen im Jahr 2013 mit Passagier-Rekord

Ungeachtet der Querelen um den Hauptstadtairport BER sind die Berliner Flughäfen auf Rekordkurs.

In Kürze will die Flughafengesellschaft FBB den 26-millionsten Passagier begrüßen. Der Vorjahreshöchstwert von 25,2 Millionen Fluggästen wird zum Jahresende voraussichtlich um etwa eine Million Passagiere übertroffen. Als Zugpferd erweist sich wie schon in den vergangenen Monaten der Flughafen Tegel (TXL). Dem Vernehmen nach sind am innerstädtischen Airport bereits jetzt so viele Passagiere abgefertigt worden wie im gesamten Vorjahr. 2012 waren am TXL 18,2 Millionen Passagiere gestartet oder gelandet.

Weil zusätzliche Start- und Landezeiten (Slots) kaum noch zu haben sind, reagieren die Airlines auf die stetig wachsende Nachfrage zunehmend mit dem Einsatz größerer Flugzeuge. So setzt etwa Qatar Airways seit Monatsbeginn auf der täglichen Verbindung Berlin–Doha statt eines Airbus A320 ein Großraumflugzeug vom Typ A330 ein. „Unser Sitzplatzangebot hat sich damit verdoppelt, auch der Komfort für die Passagiere ist in allen Klassen besser“, sagte Gregory Epps, Deutschland-Manager von Qatar Airways. Die stark expandierende arabische Airline bietet derzeit in Deutschland nur von Frankfurt, München und Berlin Flüge zu ihrem Drehkreuz Doha an. Von dort aus gibt es Direktverbindungen zu zahlreichen Zielen in Asien und Australien. „Wir freuen uns über die Entscheidung von Quatar Airways, es zeigt auch das Vertrauen der Airline in den Standort Berlin“, sagte Flughafenchef Hartmut Mehdorn.

Die Schattenseite des anhaltenden Aufwärtstrends in Tegel: Der 1974 eröffnete und für maximal fünf Millionen Passagiere im Jahr konzipierte Flughafen arbeitet trotz etlicher Erweiterungen faktisch ständig am Limit. Engpässe gibt es vor allem bei der Gepäckabfertigung. Fluggäste klagen immer wieder darüber, dass sie nach der Ankunft auf ihre Koffer eine halbe Stunde und länger warten müssen. Speziell am Terminal C, an dem die Maschinen von Air Berlin abgefertigt werden, stapelte sich zeitweise unsortiertes Gepäck. Der Rückstau soll inzwischen abgearbeitet sein. Probleme bereitet auch die geringe Zahl von Gepäckbändern, auf die schon neue Koffer gepackt werden, bevor die vom vorherigen Flug heruntergenommen sind. „Jeder weiß, dass wir in Tegel an der Kapazitätsgrenze arbeiten. Wir werden aber mit unseren Dienstleistern die jüngsten Vorfälle besprechen“, sagte Flughafen-Sprecher Lars Wagner. Die Flughafengesellschaft investiert aktuell 17 Millionen Euro in die Modernisierung des Airports, der wegen der BER-Misere wohl mindestens noch bis 2016 gebraucht wird.