Asyldebatte

Flüchtlingsunterkunft: Innensenator Henkel kritisiert Herrmann

Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) hat Vorwürfe zurückgewiesen, der rot-schwarze Senat torpediere die Unterbringung von Flüchtlingen in der Hauptstadt.

Dass es noch immer keine Winterunterkunft für die Flüchtlinge vom Oranienplatz gebe, liege daran, dass die Kreuzberger Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne) „bis zur letzten Sekunde uneinsichtig gewesen“ sei, erklärte Senator Henkel am Montag. Herrmann habe monatelang jede Aufforderung des Senats an sich abprallen lassen und sich jede Einmischung verbeten. In der „taz“ hatte die Grünen-Politikerin Herrmann dem Senat die Schuld dafür gegeben, dass es noch immer keine Lösung gebe.

„Es erfordert schon einiges an Dreistigkeit, dass diejenige, die die Missstände in Kreuzberg zu verantworten hat, sich jetzt zurücklehnt und mit dem Finger auf andere zeigt“, erklärte Innensenator Henkel. Herrmann habe eine für alle Beteiligten widrige Situation zurückgelassen, die ihr längst über den Kopf gewachsen sei. Herrmann hatte in der „taz“ zudem gefordert, dass das Land Berlin sich grundsätzlich Gedanken machen müsse, wie es mit der Lampedusa-Gruppe vom Oranienplatz weitergehe. Das gelte aber auch für die Flüchtlinge, die am Brandenburger Tor einen Hungerstreik gemacht hatten und sich derzeit in Kirchenasyl befinden.