Gedenken

Erinnern an die Opfer des Krieges

Bundespräsident legt am Volkstrauertag Kranz in der Neuen Wache nieder

Mit Kranzniederlegungen und Feierstunden hat Berlin am Sonntag an die Opfer von Krieg und NS-Diktatur erinnert. Bundespräsident Joachim Gauck legte in der Neuen Wache Unter den Linden, der zentralen Gedenkstätte der Bundesrepublik Deutschland, zum Volkstrauertag einen Kranz nieder. Bei der anschließenden Feierstunde des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge im Plenarsaal des Bundestags sprach Gauck zudem das Totengedenken. Der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle, betonte in seiner Rede, dass bei dem alljährlichen Gedenken nicht nur um gefallene Soldaten getrauert werde: „Jedes Opfer ist uns wichtig. Jedes Opfer verdient unseren gleichen Respekt.“

Der „Schrecken des Krieges“ habe sich in den vergangen 200 Jahren nicht verändert, sagte Voßkuhle. Zwar lebten die Europäer seit 60 Jahren überwiegend friedlich zusammen, doch sei die Welt nicht friedlicher geworden. „Fast täglich erreichen uns erschütternde Berichte und Bilder von den unterschiedlichen Kriegsschauplätzen“, sagte Voßkuhle. In Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg mahnte er, nicht die Augen davor zu verschließen, wenn „kulturelle und ethnische Minderheiten in einigen Regionen Europas eingeschüchtert werden und in Angst leben müssen“.

Auf dem Jüdischen Friedhof legten in diesem Jahr der Generalinspekteur der Bundeswehr, Volker Wieker, und der Wehrbeauftragte des Bundestags, Hellmut Königshaus, Kränze nieder. Dort sind unter anderem 395 deutsche Soldaten jüdischen Glaubens beigesetzt. In Berlin-Buch, wo im vergangenen Jahr ein Mahnmal für die Opfer der Euthanasiemorde enthüllt wurde, haben Kirchenvertreter, Politiker und Bürger aus Pankow sowie dem Landkreis Barnim im Rahmen einer Feierstunde Korbinian-Apfelbäume gepflanzt. Diese Apfelsorte wurde von dem katholischen Pfarrer Korbinian Aigner während seiner Zeit als politischer Häftling im KZ Dachau zwischen den Baracken im Vertrauen auf eine bessere Zukunft gezüchtet.

Schon am Vorabend des Volkstrauertags hatten auf dem ehemaligen Standortfriedhof in Neukölln Vertreter von mehr als 40 Botschaften mit den Repräsentanten zahlreicher Verbände und Institutionen der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht. Auf der zentralen Veranstaltung des Landes Brandenburg in Senftenberg (Landkreis Oberspreewald-Lausitz) appellierte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke am Sonntag, Respekt vor dem Leben und Achtung vor jedem Menschen zu haben.