Protest

Kurdendemo legt Verkehr in östlicher Innenstadt lahm

Veranstalter erwartet bis zu 20.000 Teilnehmer

Am Sonnabend werden mehrere Tausend Menschen für eine Zulassung der kurdischen Arbeiterpartei PKK demonstrieren. Mit der Großdemonstration in der östlichen Innenstadt wird damit vermutlich der Verkehr zum Erliegen kommen. 20 Jahre nach dem Verbot der terroristischen PKK erwarten die Veranstalter der Demonstration zwischen 15.000 und 20.000 Teilnehmer, die aus ganz Deutschland anreisen werden. Unter dem Motto „Den Friedensprozess in Kurdistan fördern. Aufhebung des PKK-Verbots. Freiheit für Abdullah Öcalan“ werden sich die Demonstranten ab zehn Uhr versammeln. Zu dem Protestmarsch aufgerufen haben überwiegend linke und kurdische Gruppen. Die Polizei wird mit mehr als 1000 Einsatzkräften die mehrstündige Demonstration begleiten, sagte ein Sprecher der Polizei. Unterstützt werden die Berliner Beamten von der Bundespolizei und von Polizisten aus Bremen. „Wir gehen aber von einer friedlichen Veranstaltung aus.“

Der Demonstrationszug startet um elf Uhr an der Karl-Marx-Allee zwischen Alexanderstraße und Schillingstraße. Die Route führt über Alexanderstraße, Grunerstraße, Mühlendamm, Gertraudenstraße, Leipziger Straße, Ebertstraße und Platz des 18. März. Auf der Straße des 17. Juni zwischen dem Brandenburger Tor und dem Denkmal „Der Rufer“ ist Schluss des Aufzuges. Vor dem Brandenburger Tor findet gegen 14 Uhr die Abschlusskundgebung statt. Angemeldet ist die Veranstaltung bis 18 Uhr.

„Wir bitten die Autofahrer, die östliche Innenstadt zwischen Alexanderplatz, Leipziger Straße und Brandenburger Tor weiträumig zu umfahren“, sagt ein Polizeisprecher. „Wir rechnen mit mehreren Staus.“ Busse und Straßenbahnen sind ebenfalls von den Straßensperrungen betroffen.

PKK seit 20 Jahren verboten

In der Europäischen Union und in den USA gelten die Kurdische Arbeiterpartei (PKK, Partiya Karkeren Kurdistan) und ihre Nachfolgeorganisationen als terroristische Vereinigungen. In Deutschland ist die Partei seit 1993 verboten. Die verbotene Partei kämpft seit 1984 für einen eigenen Kurdenstaat oder zumindest ein politisches und kulturelles Autonomiegebiet im Südosten der Türkei. In den vergangenen Jahren hat die PKK auch Anschläge verübt und sich Gefechte mit der türkischen Armee geliefert. Zehntausende Mitglieder und Anhänger starben während der jahrzehntelangen Auseinandersetzungen zwischen der PKK und der Armee und der Polizei. Unzählige Anhänger der verbotenen Partei wurden eingesperrt. Ihr Anführer Abdullah Öcalan sitzt seit 1999 auf einer türkischen Insel im Gefängnis. Im Sommer begann die PKK mit dem Abzug von Kämpfern aus der Türkei in den Nordirak. Dadurch kamen Hoffnungen auf ein Ende des Kurdenkonfliktes auf. In der Türkei, im Irak, Iran und in Syrien leben mehr als 25 Millionen Kurden.