Öffentlicher Dienst

Berlin beschäftigt mehr Frauen in Leitungspositionen

Im Hochschulbereich bundesweit Spitze

Die berufliche Gleichstellung von Frauen und Männern in der Berliner Verwaltung macht nach Einschätzung des Senats Fortschritte. So seien im vergangenen Jahr 16,7 Prozent der weiblichen Beschäftigten im Höheren Dienst tätig gewesen. Im Jahr 2000 waren es erst 10,8 Prozent. Das geht aus dem elften Bericht zum Landesgleichstellungsgesetz hervor, den Frauensenatorin Dilek Kolat (SPD) am Dienstag vorgelegt hat. Damit holten die Frauen die Männer fast ein, bei denen der Anteil mit jeweils 17,5 Prozent exakt gleich blieb.

Im Hochschulbereich nehme Berlin mit einem Anteil an Professorinnen von 29,5 Prozent bundesweit eine Spitzenposition ein, so Kolat. Der Bundesdurchschnitt liege bei 19,9 Prozent. Die Senatorin wertete dies als Zeichen, dass Gesetze und Landesförderprogramme einen sichtbaren Fortschritt erzielen könnten. Bei Leitungspositionen in anderen Bereichen ergibt sich ein sehr unterschiedliches Bild. So sind inzwischen Stellen bei Richtern und Staatsanwälten zu 50 Prozent mit Frauen besetzt. Bei der Polizei werden Leitungsposten bislang zu 28,2 Prozent von Frauen besetzt, in den Finanzämtern nur zu 18 Prozent.

Vorstand oder Geschäftsführer eines landeseigenen Unternehmens sind sogar lediglich zu 15 Prozent Frauen. Immerhin: 2010 lag der Wert erst bei 6,7 Prozent. Auch in den Bezirksverwaltungen differiert die Gleichstellung bei Spitzenpositionen stark. Während Spandau hier auf eine Frauenquote von 75 Prozent kommt und Charlottenburg-Wilmersdorf, Friedrichshain-Kreuzberg und Marzahn-Hellersdorf 50 Prozent erreichen, gibt es in Neukölln und Pankow gar keine Frau im obersten Segment. Die Senatorin ist trotz der Fortschritte nicht zufrieden: „Da ist noch Luft nach oben.“