Polizeiauto in Friedrichshain mit Böller beworfen

Unbekannte haben am Sonnabendnachmittag in Friedrichshain einen Polizeiwagen mit einem Böller beworfen und beschädigt.

Gegen 14.20 Uhr sei ein sogenannter Polenböller auf dem Dach einer Funkstreife detoniert, teilte die Berliner Polizei am Sonntag mit.

Der Wagen habe am Straßenrand an der Rigaer Straße geparkt, im Auto hätte eine Beamtin gesessen. Die Polizistin sei mit dem Schrecken davongekommen, hieß es weiter. Obwohl mitten am Tag, konnten der oder die Täter offenbar nicht beobachtet werden. Der Polizeiliche Staatsschutz hat nun die Ermittlungen aufgenommen. Das tut er immer, wenn ein politisches Motiv bei einer Straftat vermutet wird.

Die Polizei nimmt auch vermeintlich kleine Attacken wie jene am Sonnabend ernst, weil sie keine Einzelfälle sind. Immer wieder sind Polizisten Ziel von Angriffen. Mal sind es Steinwürfe von Jugendlichen wie kürzlich in Spandau, mal rastet ein Autofahrer aus und schlägt eine Beamtin wie jüngst in Neukölln.

Für besonderes Aufsehen sorgte im vergangenen Jahr eine Attacke, bei der ebenfalls Feuerwerk im Spiel war. Damals hatten Unbekannte in der Nacht bei einem Polizeiwagen, der vor einer Ampel in Kreuzberg hielt, die Hintertür aufgerissen und „bengalisches Feuer“ auf die Rückbank geworfen, woraufhin das Wageninnere in Brand geriet. Auch hier nahm der Staatsschutz die Ermittlungen auf. Bis heute seien die Täter jedoch nicht gefasst worden, hieß es am Sonntag.

Im vergangenen Jahr wurden 3020 Beamte der Berliner Polizei im Dienst verletzt. Die Folgekosten sind laut Innenverwaltung hoch. Knapp 2,8 Millionen Euro wurden 2012 bei der Polizeibehörde für Heilverfahren nach Dienstunfällen von Polizisten ausgegeben.