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Social Freezing

Begriff Der englische Begriff Social Freezing bezeichnet das Einfrieren weiblicher Eizellen aus „sozialen“, also nicht-medizinischen Gründen. Eine solche sogenannte „Fertilitätsreserve“ anzulegen, empfehlen Experten Frauen, die jenseits der 40 erst schwanger werden wollen.

Verfahren Beim Social Freezing werden mit Hormongaben mehrere Eizellen gleichzeitig zur Reifung gebracht. Diese werden dann während einer kurzen Narkose entnommen und bei minus 196 Grad Celsius „kryokonserviert“, also tiefgefroren. Später können sie künstlich befruchtet und wieder eingepflanzt werden. Dieses Verfahren gibt es bereits seit den 80er-Jahren. Bis heute sind weltweit etwa 1000 Kinder auf diese Weise gezeugt worden.

Vitrifikation Das ultraschnelle Einfrieren („Verglasung“) ermöglicht neuerdings eine höhere Überlebensrate der Eizellen. Beim bisherigen Verfahren drohten sie, beim Auftauen durch scharfe Eiskristalle zerstört zu werden.

Risiken Nach bisherigen Forschungsstand gibt es bei Kindern aus kryokonservierten Eizellen nicht mehr Fehlbildungen als bei anderen Kindern.

Alter Laut Reproduktionsmedizinern sollten Frauen möglichst nicht älter sein als 30 Jahre, wenn sie ein Social Freezing durchführen. Das tatsächliche Durchschnittsalter liegt jedoch momentan bei etwa 38.

Chancen Etwa 80 bis 90 Prozent der eingefrorenen Eizellen überleben. Bei 60 bis 70 Prozent gelingt eine künstliche Befruchtung. Die Implantationsrate pro aufgetauter Eizelle liegt bei etwa zehn Prozent, die Geburtenrate pro aufgetauter Eizelle bei etwa acht Prozent.

Experten Rund 70 reproduktionsmedizinische Zentren aus Deutschland, der Schweiz und Österreich arbeiten im Netzwerk Fertiprotekt zusammen. Schwerpunkt ist die Fruchtbarkeitsbehandlung von Krebspatienten – eine Chemotherapie zerstört meist Eizellen und Hodengewebe. Doch es gibt auch Informationen zum Social Freezing: www.fertiprotekt.de