Festnahme

Psychisch kranker „Reichsbürger“ aus Berlin in Polen gefasst

Ein seit Juli gesuchter psychisch kranker Angeklagter aus Berlin ist nun in Polen festgenommen worden.

Der 39-Jährige sei in Stettin in der Haft, sagte der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, am Montag. „Anfangs behauptete er, nicht der Gesuchte zu sein“, so Steltner. Weitere Informationen zur Festnahme lagen nicht vor. Der 39-Jährige solle nach Deutschland überstellt werden, wehre sich aber dagegen.

Der Mann war Ende Juli kurz vor Beginn eines Prozesses gegen ihn aus der Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik geflohen. Der unter Wahnvorstellungen leidende Pyrotechniker soll in einem illegalen Lager in Neukölln tonnenweise Sprengstoff gehortet haben. Er bezeichnet sich selbst als „Reichsbürger“. Die Organisation vermischt rechtsradikales Gedankengut mit übersinnlichen Phänomenen und Verschwörungstheorien. Ihre Wohnungen und Grundstücke bezeichnen sie als exterritoriales Gelände und sehen deshalb jede Maßnahme deutscher Behörden als illegale Maßnahme einer fremden Macht.

Auch am Eingang des Grundstücks von dem nun wieder festgenommenen 39-Jährigen hing ein Schild mit der Aufschrift „Freie Republik Deutschland. Hoheitsgebiet“. Polizisten und Steuerfahndern habe der Mann bei der Räumung seines Grundstückes im Januar unentwegt verkündet, er erkenne ihre Autorität nicht an, hatten beteiligte Beamte damals erklärt.