Rettungseinsatz

Acht Flüchtlinge auf Pariser Platz zusammengebrochen

Asylbewerber nach Hungerstreik ins Krankenhaus gebracht

Nässe, Kälte und der selbst auferlegte Verzicht auf Nahrung haben gesundheitliche Folgen. Acht Flüchtlinge aus der Gruppe, die seit einer Woche auf dem Pariser Platz lebt, sind am Dienstag von der Feuerwehr in umliegende Krankenhäuser gebracht worden. Zuvor habe man sie im Rettungswagen behandelt, sagte ein Feuerwehrsprecher. „Die Betreffenden hatten eine Kreislaufschwäche und waren zusammengebrochen.“ Sie seien aufgewärmt, Puls und Sauerstoffgehalt des Blutes seien gemessen worden. Andere Flüchtlinge hätten jedoch eine medizinische Behandlung abgelehnt. Sie warteten auf den „Arzt des Vertrauens“, den die Berliner Unterstützer der Flüchtlingsgruppe gebeten hatte, zum Pariser Platz zu kommen und die Hungernden zu betreuen.

Die Asylbewerber waren aus Bayern nach Berlin gekommen. Sie sind nach eigener Auskunft seit ihrer Ankunft im Hungerstreik. Seit Montag würden sie auch kein Wasser mehr trinken, sagte Ghlam Vali aus Pakistan. Schon in den vergangenen Tagen seien immer wieder Einzelne zusammengebrochen und ins Krankenhaus gebracht worden.

Die 28 Flüchtlinge stammen aus dem Kongo, aus Senegal, Pakistan, Afghanistan und Äthiopien. Sie fordern, dass ihnen in Deutschland Asyl gewährt wird und dass sie die Erlaubnis bekommen zu arbeiten. Erst wenn diese Forderungen erfüllt seien, werde man den Pariser Platz verlassen, sagte Ghlam Vali. Er habe seinen Asylantrag vor mehr als einem Jahr gestellt. Bei der Polizei ist der Aufenthalt auf dem Pariser Platz als Mahnwache angemeldet. Etwa zehn Beamte seien ständig im Einsatz, um die Veranstaltung zu schützen, sagte ein Polizeisprecher. „Jeder kann seine Meinung kundtun. Wir werden den Platz nicht räumen.“ Allerdings kontrolliere man, ob die Bestimmungen des Versammlungsrechts eingehalten würden. „Regenschirme sind erlaubt, und individueller Wetterschutz“, so der Sprecher. Zelte und Tische dürften jedoch nicht aufgebaut werden. Auch eine große Plane, die alles überdeckt, sei nicht zulässig.

Neben den Asylbewerbern sammelte sich am Dienstag auch eine Gruppe junger Leute, die die Flüchtlinge unterstützen. Sie wollten keine Auskunft zu ihren Aktivitäten geben. Mittes Bürgermeister Christian Hanke (SPD) hatte am Montag erklärt, dass das Bezirksamt kein Camp auf dem Pariser Platz zulassen werde.