Urteil

Ex-Geliebte aus Rache ermordet: Zehn Jahre Haft

Ein Moabiter Schwurgericht hat am Dienstag einen 51-jährigen Angeklagten wegen Mordes an seiner ehemaligen Geliebten verurteilt.

Allerdings nur zu zehn Jahren Freiheitsstrafe, weil Mario W. zur Tatzeit stark alkoholisiert war und das Gericht davon ausgehen musste, dass die Wirkung des Alkohols seine Steuerungsfähigkeit stark beeinträchtigte.

Mario W. und die drei Jahre jüngere Elena K. hatte sich im Juni 2010 kennengelernt und einige Monate zusammengelebt. Die 48-Jährige nahm den arbeitslosen Fleischer in ihrer Wohnung in der Steglitzer Haydnstraße auf und gab ihm Arbeit in dem von ihr betriebenen Eiscafé. Die bei Freunden und Bekannten als sehr taff geltende Frau führte außerdem ein kleines Reisebüro.

Mario W. hatte schon in den Jahren zuvor stark getrunken. Den Alkoholkonsum hatte er in den Monaten vor der Tat noch gesteigert. Das war letztlich auch der Grund für Elena K. gewesen, sich von dem Mann zu trennen und ihn, nachdem er sie bestohlen haben soll, auch aus dem Eiscafé zu entlassen.

Der Angeklagte hatte diese Trennung nicht hinnehmen wollen. Gericht, Staatsanwalt und Nebenkläger gehen davon aus, dass er Elena K. stalkte: Er tauchte ständig vor ihrem Geschäft oder ihrer Wohnung auf und soll die Schlösser verklebt haben. Er stritt das vor Gericht ab, gab aber zu, in das Reisebüro eingebrochen zu sein und einen Computer entwendet zu haben.

Am 13. Januar dieses Jahres hatte Mario W. die ehemalige Geliebte noch einmal in ihrer Wohnung aufgesucht, um seine restlichen Sachen abzuholen. Es sei anfangs angeblich alles in harmonischer Stimmung verlaufen. Nach seiner Beschreibung soll sie beim Abschied dann aber plötzlich „verpiss dich, du asozialer Schmarotzer“ gesagt haben. Daraufhin, so seine Erklärung, habe er mit dem Messer zugestochen.

Das Gericht glaubte Mario W. nicht und ging von einer geplanten Tat aus. Er habe nicht verwunden, die Geliebte, seine Arbeit und letztlich auch die Wohnung verloren zu haben, hieß es in der Urteilsbegründung. Deswegen habe er aus Rache zugestochen und sein Opfer anschließend auch noch gewürgt.