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Tipps für die Suche

Zu Gast bei Freunden Wer von außerhalb kommt und in Berlin ein WG-Zimmer oder eine Wohnung finden möchte, sollte sich von der Idee, bequem von zu Hause nach einer Wohnung suchen zu können, verabschieden. Per Skype-Wohnungsbesichtigung findet man häufig höchstens ein Zimmer zur Zwischenmiete. Denn der Berliner Wohnraumbietende ist verwöhnt. Er möchte den Bewerber persönlich kennenlernen, und das zu seinen Konditionen. Anfragen, die mit einem Zeitfenster wie „Ich kann von Di 11 Uhr bis Donnerstag 13 Uhr in Berlin sein“ versehen sind, werden gleich ausgefiltert. Wer nicht zur Zwischenmiete wohnen möchte, kann sich auch eine Woche lang in einem Hostel einnisten oder bei lieben Freunden um ein Gästebett bitten.

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Quadratmeter sind eine gute Größe, damit man sich im WG-Zimmer auch nach ein paar Monaten noch wohlfühlt. Laut der Studie „Fachkraft 2020“ liegt die Durchschnittswarmmiete, die Berliner Studenten monatlich zahlen., bei 330 Euro Viel mehr sollte das 18-Quadratmeter-Zimmer nicht kosten. Verlangen WG-Mitbewohner über 500 Euro für ein Zimmer, stecken sie sich den Überschuss vermutlich selbst ins Portemonnaie. Es ist also nie verkehrt, sich als Untermieter den Originalvertrag zeigen zu lassen.

Lesen und Schreiben macht starkSucht man nach einer WG, mag es effektiv erscheinen, einen Antworttext zu schreiben und diesen an alle in Frage kommenden Anzeigen zu verschicken. Eine Massenmail kommt bei den Vermietern aber häufig gar nicht gut an. Im Gegenteil, sie mögen es, wenn man direkt auf seine Anzeige eingeht. Manche Anzeigen verstecken heute sogar Formeln in ihren Texten, die man in den Betreff der Antwortmail schreiben soll – so wird überprüft, ob der Bewerber die Anzeige wirklich komplett gelesen hat.

Früher Vogel bekommt das Nest Der Aktualisierungs-Button im Browserfenster sollte zum besten Freund des Wohnraumsuchenden werden. Denn je älter die Anzeige, desto geringer die Chancen. Ein WG-Angebot, das älter als eine Woche ist, wird bestimmt bereits vergeben sein. Wer als Erster auf eine neue Anzeige antwortet, hat hingegen gute Chancen. Wenn es sich einrichten lässt, sollte man also auch möglichst schon mit der Wohnungssuche beginnen, bevor man die Zusage seiner Uni im Briefkasten hat. Je näher der Beginn eines neuen Semesters rückt, desto mehr Interessenten drängen auf den Markt.

Studenten suchen ein Zuhause Statt nur auf Angebote zu reagieren, kann man auch selbst aktiv werden und auf den gängigen Onlineportalen ein Gesuch schreiben. Beliebte Formulierungen, die alle gerne hören, sind: „Ich suche keine Zweck-WG, schätze aber auch Zeit für mich“, „Ich bin ordentlich und sauber, aber kein Putzfanatiker“ und „Ich gehe gerne feiern, das aber am liebsten vor meiner Haustür“. Damit das Gesuch genügend Aufmerksamkeit bekommt, ist es ratsam, es alle zwei Tage immer wieder neu einzustellen. Dann bleibt es in den Gesuchelisten auf der ersten Seite. Rückt es weiter nach hinten, erhält es kaum noch Klicks.

Go West Am schärfsten umkämpft sind die Wohnungen und WGs in den studentischen Trendbezirken Prenzlauer Berg, Friedrichshain, Mitte, Kreuzberg und Neukölln. Wer jedoch auf ein hippes Wohnumfeld nicht so viel Wert legt, sondern lieber schnell ein Dach über dem Kopf haben möchte und generell auf der Suche nach mehr Quadratmetern pro Euro ist, der sollte sich in Charlottenburg, Wilmersdorf, Wedding, Moabit und Tiergarten umgucken. Auch hier gibt es schöne Kieze. Und die City West ist ja eh im Aufwind, das hört man immer wieder.

Der erste Schein Wer die Einkommensgrenze von 16.800 Euro pro Jahr nicht überschreitet, kann beim Wohnungsamt im Bezirk einen Wohnberechtigungsschein (WBS) beantragen. Mit dem WBS können auch Studenten öffentlich geförderte Sozialwohnungen beziehen. Wohnungssuchende, die ihren Wohnsitz noch nicht in Berlin haben, können sich ebenfalls an die Berliner Wohnämter wenden. Mitbringen sollte der Wohnraumsuchende aber unbedingt einen aktuellen Studentenausweis oder eine Immatrikulationsbescheinigung, seinen Bafög-Bescheid und einen Nachweis über den Elternunterhalt oder das eigene Einkommen. Wer ein Stipendium bekommt, braucht auch hierüber einen Nachweis.

Auch mal analog Die meisten Studenten suchen heute auf Online-Portalen wie www.immonet.de, www.immobilienscout24.de, www.immowelt.de, www.studenten-wg.de, www.wg-gesucht.de oder www.studenten-wohnungen.de. Oder sie bemühen Facebook-Gruppen wie „Studenten Wohnungsbörse Berlin“, oder „Wohnung frei in Berlin“. Aber auch der Blick auf die Schwarzen Bretter in den Universitäten – meistens in Mensa-Nähe – oder in Zeitungsinserate lohnt sich. Der „Berliner Morgenpost“ liegen die Immobilienanzeigen jeden Sonnabend bei.

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Dokumente sollte jeder Student zu einer Wohnungsbesichtigung mitnehmen. Eine vollständig ausgefüllte „Selbstauskunft des Mietinteressenten“ (kann man auf den Webseiten der Immobiliengesellschaften und Hausverwaltungen herunterladen), eine Immatrikulationsbescheinigung, eine Bürgschaft der Eltern, einen Nachweis über das Gehalt der Eltern (die letzten drei Monate), eine Kopie des Personalausweises oder Reisepasses sowie eine Schufa-Auskunft.

Entspannen Der Semesterbeginn rückt stetig näher, und immer noch ist kein WG-Zimmer in Sicht? Bevor man jetzt anfängt, den Wohnraumbietenden das Blaue vom Himmel zu versprechen – „Ich putze so gerne. Ich übernehme das gerne für euch.“ „Ich würde euch gerne jede Woche kostenlos bekochen“ oder „Ich kenne jeden Türsteher der Stadt, mit mir kommt ihr überall umsonst rein“ – ist es ratsam, sich einfach zu entspannen. Gerade bei WG-Castings ist es wichtig, einen lockeren, freundlichen Eindruck zu machen. Berichte von Studenten, die monatelang nirgendwo untergekommen sind und auf dem Campus schlafen mussten, liegen der Redaktion der Berliner Morgenpost nicht vor. Also Druck rausnehmen und sich gewiss sein: Es wird schon klappen – auch in Berlin.