Ivy Quainoo

„Ich kann nicht sagen, dass ich eine wirklich gute Songwriterin bin“

Es heißt, das zweite Album sei immer das schwerste.

Vor allem scheint das für die Gewinner von Castingshows zu gelten. Die bei der ersten Platte noch auf Platz eins der Charts gehoben wurden und beim Nachfolger oft schon gegen das Vergessenwerden kämpfen müssen.

Dieses Schicksal fürchtet auch Ivy Quainoo, im vergangenen Jahr Siegerin von „The Voice of Germany“, die am heutigen Freitag ihr zweites Album mit dem Titel „Wildfires“ veröffentlicht. „Mir ist dieses Album sehr viel wichtiger als das erste, weil ich so viel investiert habe“, sagt die 21-Jährige. „Es wäre besonders schade, wenn das gar nicht zündet, wenn sich niemand dafür interessiert.“ Investiert hat die Berlinerin nicht nur ein Jahr Lebenszeit, sondern zum ersten Mal auch persönliche Erfahrungen, die sie als Co-Autorin zu Songtexten verarbeitet hat. Auch wenn sie zugibt, dass sie in diesem Bereich noch viel lernen müsse. „Ich kann nicht sagen, dass ich eine wirklich super Songwriterin bin. Ich hätte das Album nicht alleine schreiben können“, sagt Ivy Quainoo.

Anders als vielen ihrer Castingshow-Kollegen bedeutet der Sängerin Erfolg nicht alles. „Es gibt natürlich Leute, die sagen: Nimm jetzt alles mit, was du kriegen kannst. Aber darum geht es mir nicht“, sagt sie. „Es ist mir wichtig, mich auf die Musik zu konzentrieren, und nicht, wie viel Medienpräsenz ich mit allen anderen Themen habe.“

Sollte die große Musikkarriere also ausbleiben, hat die Sängerin einen ganz persönlichen Plan B. „Ich würde gerne Geologie studieren“, sagt sie. „Und ich würde dann gerne im Bereich Seismologie und Plattentektonik arbeiten.“

Von ihren Freunden habe sie jedoch schon ein positives Feedback bekommen – und auf deren Meinung könne sie vertrauen, sagt Quainoo. Schließlich seien das immer noch die gleichen Menschen wie vor ihrem Erfolg. Wann immer es möglich sei, nehme sie ihre Freundinnen mit zu den Events, für die sie Einladungen erhalte. Oder sie würden gemeinsam durch ihren Moabiter Kiez laufen. Denn dort gibt es laut Ivy Quainoo „gerade mehr Hood-Life als in Neukölln“. Dort ist die Berlinerin aufgewachsen, bevor sie nach Moabit gezogen ist.