Kriminalität

Rocker-Vereinsheim nach Mord an Türsteher durchsucht

Bei den Ermittlungen zum Mord an einem Türsteher in Prenzlauer Berg gerät das Rockermilieu immer mehr ins Visier der polizeilichen Fahndung nach den Tätern.

Drei Wochen nach den tödlichen Schüssen auf einen 39-jährigen Security-Mitarbeiter hat ein Großaufgebot der Polizei das Vereinsheim der Rockergruppe Red Devils im brandenburgischen Seelow (Märkisch-Oderland) durchsucht sowie mehrere Fahrzeuge von Rockern, die sich zum Zeitpunkt des Einsatzes am Dienstagvormittag auf dem Gelände aufhielten. Wie Martin Steltner, der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, am selben Tag mitteilte, wurde umfangreiches Beweismaterial sichergestellt. Um welche Beweise es sich handelt, wollte Steltner aus „ermittlungstaktischen Gründen“ nicht sagen. Der Justizsprecher sagte lediglich, die gesicherten Beweise würden jetzt ausgewertet.

Der als „Locke“ bekannte Türsteher war in den frühen Morgenstunden des 1. September vor dem „Soda Club“ auf dem Gelände der Kulturbrauerei von einem Unbekannten erschossen worden. Für die zuständige Mordkommission des Landeskriminalamtes ergab sich schon frühzeitig der Verdacht, der oder die Täter könnten aus der Rockerszene stammen. Das Opfer selbst hatte zwar keine Verbindungen zu dem Milieu, allerdings hatten Rocker offenbar wenige Wochen zuvor dort einen Zwischenfall provoziert, bei dem es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kam. Dabei hatten auch die Türsteher eingegriffen. Die Ermittler wollen nicht ausschließen, dass die Schüsse ein Racheakt waren.

Die Red Devils gelten als weltweit größte Unterstützergruppe der berüchtigten Hells Angels. Die Polizei verdächtigt sie regelmäßiger krimineller Aktivitäten im Drogen- und Rotlichtmilieu sowie des Waffen- und Menschenhandels. In einigen Bundesländern werden die „roten Teufel“ auch vom Verfassungsschutz beobachtet, einzelne regionale Gruppen wurden bereits verboten.