Bebauungsplan

Bezirksamt gegen Abriss und Neubau des SEZ

Eigentümer möchte dort aber Wohnungen errichten

Das Sport- und Erholungszentrum (SEZ) in Friedrichshain soll weder abgerissen, noch sollen Wohnungen auf dem Gelände gebaut werden. Dieses Ziel verfolgt das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg. Es hat deshalb beschlossen, das Grundstück an der Landsberger Allee 77 als Fläche für Sport und Erholung festzuschreiben. Das soll mit einem neuen Bebauungsplan geschehen. Der Plan ist aus Sicht des Amtes notwendig, weil der Eigentümer das SEZ-Grundstück künftig anders nutzen möchte. Denn es gibt mehrere Bauvoranfragen. Eine davon sieht vor, dass das SEZ komplett abgerissen und durch einen multifunktionalen Neubau ersetzt wird. In diesem Gebäude sollen auch Wohnungen eingerichtet werden.

Die Bezirksverordnetenversammlung hatte bereits im Juni 2013 beschlossen, dass diese Bauvoranfragen zurückgestellt werden sollen, wenn der Bebauungsplan entwickelt wird. Mit dem Thema beschäftigen sich nun die Ausschüsse für Sport, für Stadtentwicklung und für Immobilien.

Drei Anfragen gestellt

Ingesamt drei dieser Anfragen hatte der Grundstückseigentümer Rainer Löhnitz gestellt. In einem Schreiben kündigte er an, dass er das Verwaltungsgebäude zum Apartmenthaus umbauen und um ein Geschoss aufstocken will. 25 Apartments mit je 20 bis 40 Quadratmeter Größe sollten entstehen. Das Angebot ist für Familien mit Kindern und für sportinteressierte Gäste gedacht, die in Berlin übernachten wollen. Außerdem will Löhnitz einen Parkplatz für 40 Wohnmobile anlegen. Er soll eine Fläche von fast 4000 Quadratmetern einnehmen.

In der zweiten Bauvoranfrage des Unternehmers geht es um fünf Stadthäuser auf dem SEZ-Gelände. Jedes soll eine Grundfläche von 300 Quadratmetern einnehmen, neun Meter hoch werden und drei Geschosse haben. Damit wolle er Wohnraum für Familien schaffen, begründete Rainer Löhnitz seine Anfrage an das Bezirksamt.

Das dritte und umfangreichste Bauvorhaben, das Löhnitz dem Bezirksamt ankündigte, ist der Abriss des alten SEZ-Gebäudes. Auf dieser Fläche möchte er ein Gebäude mit Sport- und Wellnessanlagen, mit Hostel, Studentenwohnheim, Gewerbeflächen und Wohnungen bauen. Das neue Gebäude soll auf der Grundfläche des alten stehen, aber mehr Platz bieten. Fünf Geschosse und eine Tiefgarage plant der Investor. Der Bau soll 20 Meter hoch werden und eine Grundfläche von 22.000 Quadratmetern einnehmen. Im Neubau ist auch eine Schwimmhalle vorgesehen.

Das SEZ war am 20. März 1981 nach Plänen eines schwedischen Architektenteams nach 27-monatiger Bauzeit eröffnet worden. Löhnitz sagt, der Bau könne nicht wirtschaftlich betrieben werden. Er entspreche nicht den heutigen Anforderungen, heißt es in seinem Schreiben an das Bezirksamt. Der Unternehmer hatte das Grundstück im Jahr 2003 für einen Euro übernommen. Im Kaufvertrag sei nicht vorgesehen gewesen, dass im SEZ wieder ein Schwimmbad betrieben werden müsse, sagt Löhnitz.