Großes Interesse

500 Zuhörer bei Info-Treffen: Hilfe für Flüchtlinge in Britz

„Zum ersten Mal erlebe ich, dass so viel Verständnis für Flüchtlinge da ist“, sagte Franz Allert, Präsident des Berliner Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LaGeSo).

Am Donnerstagabend nahm er an einer Info-Veranstaltung in Britz (Neukölln) zu dem dort geplanten Flüchtlingsheim teil. Die mehr als 500 Anwohner reagierten fast durchweg positiv und hilfsbereit. Allert, dessen Behörde für die Unterbringung der Flüchtlinge in Berlin sorgt, ist anderes gewohnt. In Hellersdorf eskalierte vor zwei Monaten zum gleichen Thema eine Veranstaltung. Die Vorurteile und Ängste der Anwohner vor den Asylbewerbern heizte die NPD im Bundestagswahlkampf kräftig an. Viermal demonstrierten die Neonazis seitdem vor dem Heim und lieferten sich Demo-Schlachten mit Gegendemonstranten und Polizei.

Die Britzer Bürgerinitiative „Hufeisern gegen Nazis“ wollte ein „zweites Hellersdorf“ verhindern. Die NPD wurde im Verein mit der Polizei auf weitem Abstand gehalten. Die üblichen Hasstiraden der NPD-Aktivisten gegen Überfremdung gingen im ohrenbetäubenden Pfeifkonzert von gleich drei linken Gegenkundgebungen unter. BI-Sprecher Jürgen Schulte betonte, die oft vor Krieg, Terror, Folter und Verfolgung fliehenden Menschen bräuchten Hilfe. Die Zuhörer klatschen. Neuköllns Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD) warnte allerdings, besorgte Anwohner seien kaum zu Wort gekommen. Das Treffen sei politisch missbraucht worden.