Radio

Der Sendemast in Britz ist jetzt Rundfunk-Geschichte

„Hier ist Rias Berlin, der Rundfunk im amerikanischen Sektor“ – das war am 4. September 1946 der erste O-Ton des Rias.

Zu hören waren die Worte auch in Ost-Berlin. Gesendet wurde aus Britz, zunächst mittels eines zwischen zwei einfachen Holzmasten ausgespannten Antennendrahts. Doch damit das Rias-Programm auch in der gesamten sowjetischen Besatzungszone gehört und nicht von Störsendern überdeckt werden konnte, wurde die von den Amerikanern betriebene Sendestation am Britzer Damm in den Folgejahren zu einem der ersten deutschen Großsender nach dem Krieg aufgebaut. Am Mittwoch, auf den Tag genau 67 Jahre später, ging auf dem Gelände am Britzer Damm ein Stück Rundfunkgeschichte zu Ende: Willi Steul, Intendant des Deutschlandradios, und Hauptabteilungsleiter Chris Weck schalteten dort die letzte Mittelwellenfrequenz in Berlin ab. Deutschlandradio Kultur sendete zuletzt über die traditionsreiche Mittelwellenfrequenz 990 Kilohertz. Auch aus Kostengründen verabschiedete sich der Sender von der alten Technik. Sie sei 20 Mal teurer als heutige Digitalübertragung, so Intendant Steul.

Die technischen Anlagen werden abgebaut und Technikmuseen angeboten, die vier Techniker wechseln ins Funkhaus des Deutschlandradios. Das mehr als 100.000 Quadratmeter große Areal soll verkauft werden. Ob der 160 Meter hohe Sendemast noch benutzt wird, beispielsweise als Antennenträger für Mobilfunk, ist noch offen. Sein 120 Meter hohes Pendant war bereits im November 2012 abgerissen worden.