Vergiftung

Gepanschter Whisky mit Cola führte zum Tod

Obduktion in Indonesien klärt Tod von Lukas B. auf

Die Obduktion des 19 Jahre alten Lukas B. in Indonesien hat ergeben, dass der Berliner tatsächlich an gepanschtem Alkohol gestorben ist. Das gab die indonesische Polizei in der Stadt Semarang am Mittwoch offiziell bekannt. Bei dem jungen Mann, der nach einer Feier mit seinem älteren Bruder vergangene Woche in einem örtlichen Krankenhaus gestorben war, sei Methanol im Blut gefunden worden, hieß es. Das gilt als Zeichen, dass die Vergiftung von gepanschtem Alkohol herrührte. Auch in den Magenwänden sei Methanol nachgewiesen worden, sagte der ermittelnde Polizeichef Haryo Sugihartono am Mittwoch.

Nach dem Abitur war Lukas B. seit gut einem Jahr als Hilfslehrer in Indonesien gewesen. Sein 23 Jahre alter und ebenfalls verstorbener Bruder Felix, der an der Universität Eichstätt-Ingolstadt studierte, hatte ihn dort besucht. Als sie Abschied feierten, tranken die beiden offenbar den verunreinigten Alkohol. Lukas B. starb später vor Ort, sein Bruder auf der Rückreise nach Berlin bei einem Zwischenstopp in Doha (Katar).

Bei dem älteren Bruder liegen noch keine gesicherten Erkenntnisse über die Todesursache vor. Dass auch er obduziert wird, geht aus einer kurzen Nachricht hervor, die von den Eltern der beiden an die Freunde des einen Sohnes auf Facebook gerichtet wurde. Darin schildern die Eltern die tragischen Ereignisse und verweisen darauf, dass vermutlich gepanschter Alkohol die Todesursache sei, Genaueres müsse aber die Obduktion ergeben. „Wir sind unfassbar traurig, denn wir haben innerhalb von vier Tagen beide Söhne verloren“, heißt es weiter.

Beim Auswärtigen Amt hieß es am Mittwoch, die Botschaften in Katar und Indonesien seien mit den Fällen beschäftigt und würden der Familie Hilfestellung geben, etwa bei möglichen Fragen zur Überführung der Toten. Nach Angaben der Polizei in Indonesien haben die Brüder bei ihrer Abschiedsfeier Whisky mit Cola getrunken. „Die Polizei hat die Flaschen konfisziert“, sagte Polizeichef Sugihartono. Nach dem Etikett seien sie von einer bekannten Firma in Jakarta importiert worden. Unklar ist jedoch, ob in den Flaschen tatsächlich das war, was darauf stand. Das Auswärtige Amt rät inzwischen offiziell in seinen Reisehinweisen für Indonesien zu größter Vorsicht bei Alkohol in dem asiatischen Land.