Geburtstag

Im Schneideraum statt auf der großen Geburtstagsparty

Regisseur Fatih Akin wird am Sonntag 40 Jahre alt

Auch wenn es ein runder Geburtstag wird und dieser sogar auf ein Wochenende fällt, will Filmemacher Fatih Akin an dem Tag im Schnittraum sitzen. 40 Jahre alt wird der Regisseur am morgigen Sonntag – und steckt mitten in der Arbeit an seinem nächsten Werk. „Er schneidet gerade den dritten Teil seiner Trilogie ‚Liebe, Tod und Teufel‘“, berichtet seine Sprecherin, „das interessiert ihn allemal mehr als sein Geburtstag.“

Seit seinem Spielfilmdebüt „Kurz und schmerzlos“ von 1998 hat der Regisseur für seine Werke zahlreiche Preise abgeräumt und gilt als einer der erfolgreichsten Filmemacher Deutschlands. Es folgten „Im Juli“, „Solino“ und 2004 mit „Gegen die Wand“ der Berlinale-Triumph und der internationale Durchbruch. Ob danach das Drama „Auf der anderen Seite“ oder die Komödie „Soul Kitchen“ – was Akin auf die Leinwand brachte, erntete Beachtung und Preise. Nicht nur als Regisseur und Drehbuchautor, sondern ebenso als Produzent feierte Akin Erfolge. Auch als Schauspieler stand er anfangs vor der Kamera, doch irgendwann wollte der in Hamburg geborene Sohn türkischer Einwanderer nicht mehr den „Türken vom Dienst“ geben

Bei der Arbeit an seinen Spielfilmen habe er keine politische Botschaft im Kopf, so Akin, er wolle ein Geschichtenerzähler sein, Menschen unterhalten und zum Nachdenken bringen. Wäre sein eigenes Leben ein Film – keine Szene hätte er herausgeschnitten: „Selbst die Fehler und Peinlichkeiten, Schandtaten und Sünden, wenn man sie ehrlich genug reflektiert, können einen weiterbringen im Leben.“ In seinem Buch vergleicht er das Filmemachen mit dem Boxen: „Kräfte einteilen, Taktik, Timing.“ Für seine nächste Runde steht er bereits wieder im Ring – selbst am Geburtstag.