Musik

Veranstalter sagen Tango-Festival in letzter Minute ab

Eine Eröffnungs-Gala im Roten Rathaus, Tanzveranstaltungen im Café Moskau, ein Konzert der Berliner Symphoniker auf dem Schinkelplatz: Die „Tango Experience Berlin“ sollte der Hauptstadt einen kulturellen Sommerabschluss mit lateinamerikanischem Flair bescheren.

Am Freitagmorgen dann die große Enttäuschung. Via Facebook verkündeten die Organisatoren: „Der Festivalleiter Frank Eggers erklärt hiermit die Tango Experience Berlin als offiziell abgesagt.“ Eine Erklärung für die Absage fehlt.

Schon am Vorabend hatte es die erste große Panne gegeben. Die Organisatoren des Festivals hatten in den Festsaal des Roten Rathauses geladen. Nur wenige Stunden vor Beginn kam die Absage. Es gebe einen „unglücklichen Parkettschaden“ so der Veranstalter. Auf Nachfrage bei der Senatskanzlei wunderte man sich tags darauf. Dort hieß es: „Das Parkett kann bei der Entscheidung, die Gala abzusagen, keine Rolle gespielt haben.“

Warum ein angeblich kaputter Parkettboden auch die Absage aller weiteren Programmpunkten des Tango-Festivals zur Folge hat, bleibt zudem unklar. Sechs Tage lang sollte es Modeverkäufe und Tanzveranstaltungen in der Location an der Karl-Marx-Allee geben. 90 Prozent der Mietkosten hatte das Café Moskau für Eggers übernommen, um das Festival zu ermöglichen. Sämtliche Unternehmen, die dort für Verpflegung, Unterhaltung und Möblierung sorgen sollten, reisten am Freitagmorgen jedoch wieder ab – viele von ihnen waren offenbar in Vorleistung gegangen und wurden von Eggers mit einer Absage per SMS informiert. „Auch die nun unabwendbaren Folgeschäden bedaure ich sehr“, heißt es in der SMS. Auch für die Berliner Morgepost war Eggers nicht zu erreichen. Die für das Festival zuständige PR-Agentur sagte der Morgenpost, er habe am Freitagmorgen Insolvenz angemeldet.

Jochen Thärichen, Intendant der Berliner Symphoniker, erhielt auch lediglich per SMS eine Absage für das geplante Konzert. „Die Absage des Konzerts ist sehr ärgerlich“, sagte Thärichen der Berliner Morgenpost. Eigens für die „Tango-Experience“ hatte der Chef-Symphoniker seine Musiker ein Tangostück einstudieren lassen, das am Sonnabend Weltpremiere haben sollte.