Zoll

Neunköpfige Bande von Kokain-Schmugglern gefasst

Kuriere sollen 80 Kilo Drogen nach Europa geschafft haben

Zollfahndern aus Berlin und Brandenburg und der brandenburgischen Kriminalpolizei ist jetzt die Zerschlagung einer international aktiven Bande von Drogenschmugglern gelungen. Die neun Beschuldigte umfassende Schmugglerbande soll den Ermittlungen zufolge insgesamt 80 Kilogramm Kokain aus Brasilien nach Europa geschafft haben. Ein als Kopf der Gruppe verdächtigter Mann aus dem Raum Frankfurt (O.) habe die Drogenkuriere angeworben, teilte Zollfahndungsamtssprecher Norbert Scheithauer am Donnerstag in Berlin mit.

Der Verdächtige arbeitete nach Erkenntnissen der Ermittler im Auftrag einer schwarzafrikanisch geprägten Schmugglerorganisation und sollte junge deutsche Kuriere für die Drogentransporte vermitteln. Bei einer geplanten Durchsuchungsaktion am Dienstag war der deutsche Hauptverdächtige nach monatelangen Ermittlungen verhaftet worden. Insgesamt neun Wohnungen durchsuchten die Beamten in Frankfurt(O.) und Seelow (Kreis Märkisch-Oderland), sicherten Beweismittel, nahmen weitere Verdächtige vorläufig fest.

Auf die Spur der Schmugglergruppe kamen die Fahnder durch zwei Festnahmen: Ein 29-Jähriger war bereits im September 2012 am Flughafen in Paris mit rund 800 Gramm hochreinem Kokain gefasst worden. Die Drogen hatte der Mann – in 60 Zellophan-Tütchen verpackt – geschluckt und in seinem Bauch auf dem Flug von Brasilien transportiert. Durch Röntgenbilder von dem Verdächtigen wurde das Rauschgift sichtbar. Ein weiterer 25 Jahre alter Drogenkurier der Gruppe mit Wohnsitz in Frankfurt (O.) ging den brasilianischen Behörden vor fünf Monaten mit vier Kilogramm Kokain im Koffer ins Netz. Beide sitzen nach Angaben des Zollfahndungsamtes Berlin-Brandenburg seither in Untersuchungshaft.

Die Ermittler waren der Bande seit vergangenem September auf der Spur. „Seitdem haben wir intensiv ermittelt und den hauptverdächtigen Kurieranwerber überwacht“, sagte Zollsprecher Scheithauer. Bei der Verteilung der Drogen gingen die Händler überaus konspirativ vor. Eine Besonderheit des Falls sei etwa, dass von der Schmugglerbande kein einziges Gramm Kokain in Deutschland gefunden worden sei. Dennoch hätten die Indizien für die Verhaftung ausgereicht. Neben dem Kokainschmuggel aus Brasilien wird der Gruppierung auch der Schmuggel von weiterem Rauschgift von Malaysia aus nach Westeuropa vorgeworfen.