Feuerwerk

Bilder am Abendhimmel

Am 6. und 7. September findet wieder die Pyronale auf dem Maifeld statt

Es gibt sie schon seit fast 1000 Jahren. Und doch sorgen Feuerwerke immer wieder für Erstaunen. Besonders wenn sie von den besten Pyrotechnikern der Welt veranstaltet werden – wie auch dieses Jahr wieder bei der achten Pyronale. Am 6. und 7. September werden sechs der besten internationalen Feuerwerksexperten den Abendhimmel über dem Maifeld in unmittelbarer Nachbarschaft zum Berliner Olympiastadion in ein glitzerndes Schauspiel verwandeln.

„Diese Feuerwerke sind mit denen die man selber an Sylvester zündet nicht zu vergleichen“, sagte Gerhard Kämpfe, künstlerische Direktor und Mitbegründer der Pyronale. Zu Hause gebe man sich nach einem lauten Knall zufrieden. „Hier malen Künstler Bilder an den Himmel.“ Jede Mannschaft muss in jedem der drei Wettbewerbsaufgaben die Vorgaben erfüllen. Der Pflichtteil besteht aus einem einminutigen Feuerwerk ohne musikalische Begleitung mit der Farbvorgabe Gelb-Lila und einem vierminutigen Feuerwerk mit einer Musikvorgabe. Dieses Jahr wählte Musikproduzent Kämpfe Ausschnitte des Walzers „An der schönen blauen Donau“ von Johann Strauss und dem „Can can“ von Jacques Offenbach. In der elfminutigen Kür können Teams zu dem vorgegeben Thema „My Country“ Musik und Farben frei aussuchen. „Unsere strengen Vorschriften unterscheiden diesen Wettbewerb von anderen“, sagte Kämpfe. Die Berliner Veranstaltung gelte als eine der Weltbesten, bringe teilnehmend Teams einen Marketingeffekt sowie wirtschaftlich Vorteile.

Am 6. September treten Polen, Finnland und Kroatien gegeneinander an. Vergangenes Jahr hatte Polen mit knappen Vorsprung Finnland bei der „Best of Six“-Pyronale übertroffen und sich den ersten Platz gesichert. „Wir erwarten daher viel von diesen konkurrierenden Teams“, sagte Markus Katterle, Geschäftsführer bei Flash Art Special Effects & Show Design GmbH, der das Feuerwerk seit 2007 koordiniert. Über die kroatische Feuerwerksfirma freue er sich, weil sie als erste aus Südosteuropa teilnehme.

Publikum und Fachjury

„Der zweite Tag ist aber immer stärker als der erste“, so Katterle. Dieses Jahr treten am 7. September Mannschaften von den Philippinen, aus Griechenland und Spanien gegeneinander an. An jedem Abend bestimmt das Publikum den Tagessieger, am Sonnabend kürt eine Jury aus Prominenten und Experten den Gesamtgewinner. Neben dem Pyronale Schirmherr, Innensenator Frank Henkel (CDU), Rudolf Schenker von den Scorpions mit in der Jury. „Andere Feuerwerke langweilen mich“, sagte der Gitarrist. „Aber die Pyronale ist echt der Hammer, weil Musik eine dritte Dimension bekommt.“ Die sechs Teilnehmer wurden aus einem Bewerberpool von circa 60 bis 70 Teams ausgesucht. Auftretende Kosten – wie Transport, Unterkunft im Hotel Berlin und Materialen – werden vom Veranstalter übernommen. Insgesamt koste die freifinanzierte Veranstaltung jedes Jahr fast eine Million Euro, so Kämpfe. Ein Stehplatz für das Event kostet 19 Euro. Ein Tribünenplatz 39 Euro. Karten sind an allen bekannten Vorverkaufsstellen und unter einer Tickethotline erhältlich. Bis jetzt sind 40.000 Plätze verkauft, laut Pyronale Mitbegründer und Geschäftsführer Mario Hempel. Vergangenes Jahr besuchten circa 67.000 Besucher den zweitägigen Wettbewerb. „Fernsehbilder wurden in 123 Länder gezeigt“, sagt Kämpfe. Dies sei immens und zeige auch, welche „Bedeutung das Festival für die Stadt Berlin hat“. In den vergangenen Jahren kamen mehr als 10.000 Pyronale-Zuschauer aus dem Ausland, was aus wirtschaftlicher Hinsicht ein nicht unerheblicher Beitrag für die Hauptstadt sei.