Gegen Zwang

CDU-Generalsekretär lehnt Pläne der SPD für eine Kita-Pflicht ab

Nach dem Vorstoß der Berliner SPD, eine allgemeine Kindergarten-Pflicht für Kinder ab 3 Jahren einzuführen, hat sich jetzt der Generalsekretär der Berliner CDU, Kai Wegner, geäußert.

Er lehnt den Vorschlag ab und ist auch gegen eine Vorschule ab der Vollendung des 4. Lebensjahres. „Kinder sollen auch Kinder sein dürfen“, sagte er der Berliner Morgenpost. „Es ist falsch, Kinder in diesem jungen Alter bereits dem Schulstress auszusetzen und sie in ein Regelkorsett zu zwingen, das ihren Bedürfnissen widerspricht.“

Zuvor hatten die SPD angekündigt, eine Gesetzesantrag auf den Weg zu bringen, nach der Eltern ihre Kinder in einer Kita anmelden müssen – oder nachweisen sollen, dass sie sich selbst ausreichend um deren frühkindliche Bildung kümmern. „Wir können Hunderte Kinder nicht einfach aufgeben“, sagte Raed Saleh, Fraktionschef der Berliner SPD, und meint damit Kinder, die aufgrund ihrer ausländischen Herkunft in Berlin in ihrem Lebensweg benachteiligt werden. Zusätzlich soll auch eine Sprachförderung mit eingeplant sein, so dass Kinder besser auf die Schule vorbereitet seien.

In seiner Antwort auf diese Vorschläge geht Kai Wegner aber vor allem auf die Frage des Alters ein. „Notwendig ist es“, sagte er, „die bewährten Vorschulstrukturen in Berlin für Kinder ab der Vollendung des 5. Lebensjahres wieder einzuführen.“ In der Vorschule sollten die Kinder spielerisch auf den Schulalltag vorbereitet werden, damit meint er auch die Defizite im Bereich der Sprachentwicklung, der Bewegung und bestimmte Verhaltensauffälligkeiten. „Die Vorschule“, so Wegner weiter, „sollte dann allgemein verbindlich für alle Kinder gelten.“

Notwendig, da sind sich SPD und CDU einig, sind hierfür weitere Investitionen in die Bildungs-Infrastruktur der Stadt und in gut ausgebildetes Fachpersonal. Anschließend sei es aber, und da ist Wegner wieder deutlich gegen den SPD-Vorschlag, die Aufgabe der Politik, die Eltern mit Argumenten zu überzeugen, ihre Kinder in Kitas zu schicken. „Eine Zwangsbeglückung in Form einer Kita-Pflicht hingegen führt in die Irre.“