Leopoldplatz

Platz vor dem Weddinger Rathaus soll grüner werden

Architektenbüro legt Planungen vor

Billigläden, campierende Obdachlose auf dem Leopoldplatz und verfallene leer stehende öffentliche Gebäude und leere Brachen davor – das ist das Erscheinungsbild der eigentlichen Mitte vom Wedding. Jetzt soll entlang der Müllerstraße wieder ein attraktives Zentrum entstehen und eine zentrale Rolle dabei spielt die Neugestaltung der Freiflächen rund um den Rathausplatz. Die Hochbauarbeiten sind schon in vollem Gange. Die Schiller-Bibliothek wird neu gebaut, der ehemalige Rathausturm wird zum Jobcenter umgebaut. Doch beleben wird sich das neue Zentrum nur wenn die Plätze von den Menschen angenommen und zu attraktiven Treffpunkte werden.

Darum soll sich nun das Büro für Landschaftsgestaltung und Architektur Annabau kümmern. Der Entwurf des Büros hat in dem Wettbewerb den den ersten Preis erzielt. Voraussichtlich im Herbst 2014 können die Arbeiten zur Realisierung beginne, denn zunächst müssen die Umbauten der Gebäude fertig sein. Von der Müllerstraße über Bibliothek und Rathausturm bis hin zur dahinter liegenden Beuth-Hochschule soll ein sogenanntes grünes Bildungsband entstehen. Dabei haben die verschiedenen Plätze, die ineinander greifen, ganz unterschiedliche Funktionen.

Direkt an der viel befahrenen Müllerstraße, gegenüber vom Leopoldplatz, soll das Entrée zum neuen Zentrum entstehen. „Der Eingangsbereich unmittelbar vor dem künftigen Jobcenter soll belebter Treffpunkt sein für Menschen, die auf der Müllerstraße aus unterschiedlichsten Gründen unterwegs sind“, sagt Moritz Schloten von Annabau. Hier kann man sich verabreden, sich ausruhen von den Einkäufen oder seine Mittagspause machen. Vor der neuen Bibliothek soll es künftig einen sogenannten Lesegarten geben. Der Garten mit den loungeartigen Sitzmöbeln wird wohl das Highlight des neuen grünen Bandes werden. Eine spezielle Beleuchtung soll hier das Lesen auch im Dämmerlicht noch möglich sein. Zudem soll es hier eine kostenlose W-Lan-Verbindung geben. Unter dem alten Baumbestand vor dem Rathaus stellen sich die Architekten eher einen Kulturgarten vor. Die im Rathaus ansässige Galerie könnte Skulpturen zwischen den alten Baumbestand stellen. Im Schatten der Baumkronen soll es Tische für Spiele geben. Und vor dem Jobcenter könnte es ein Café mit Gartenterrasse geben, sagt Schloten. Die Baukosten in Höhe von 2,1 Millionen Euro kommen aus dem Programm „Aktive Stadtzentren“.