Flughafen BER

Auch Teileröffnung des BER nach hinten verschoben

Frühestens Anfang 2014 wird das erste Flugzeug abheben

Flughafenchef Hartmut Mehdorn steht vor der Aufsichtsratssitzung am Freitag unter großem Druck. Das hat er allerdings auch selbst zu verantworten. Unmittelbar nach seinem Amtsantritt im März schürte er Hoffnungen, möglicherweise schon im Spätsommer einen neuen Starttermin für den Hauptstadtflughafen nennen zu können. Daran wird er nun gemessen.

Die anhaltenden Spekulationen über eine Teileröffnung des BER haben die Lage für ihn nicht entspannt, im Gegenteil. Deutete zunächst einiges darauf hin, dass das Nordpier möglicherweise noch in diesem Jahr eröffnen würde, rechnet nun keiner mehr damit. Die Teileröffnung dürfte danach wohl erst im Frühjahr 2014 stattfinden. Voraussichtlich im März oder April könnte der erste Flieger vom BER abheben. Der Wechsel vom Winter auf den Sommerflugplan wäre dafür eine passende Gelegenheit.

Mehdorn wird gegenüber den Mitgliedern des Aufsichtsrats allerdings einige Überzeugungsarbeit leisten müssen. Denn nach Informationen der Berliner Morgenpost sind längst nicht alle von seiner Idee begeistert, den BER im kleinen Stil zu eröffnen. Wenn nur die Fluglinie Germania mitmacht, geht es um gerade mal drei Flugzeuge am Tag. Dafür muss der Nordpier aber erst noch umgebaut werden. Denn dort gibt es keine Möglichkeit zu Check-in und Gepäckabfertigung. Im Idealfall hätten das die Passagiere im Hauptterminal des BER erledigt. Doch bei der Teileröffnung müssen sie dies im Nordpier machen. Mehdorn erhofft sich dadurch einen ersten Einblick, wie der BER im Kleinen funktioniert.

Hohe Kosten und kaum Nutzen

Doch ob das den finanziellen Aufwand wert ist, sehen einige Mitglieder des Aufsichtsrats kritisch. Sie bevorzugen daher das Konzept von Technikchef Horst Amann. Dieser schlägt vor, den Betrieb des alten Flughafens Schönefeld im Laufe des nächsten Jahres vollständig an den BER zu verlegen. Auf diese Weise könnte man immer noch auf Fehler reagieren, bevor auch der Flugbetrieb aus Tegel dazukommt. Gleichzeitig wäre es eine Entlastung für die finanziell angespannte Lage der Berliner Flughafengesellschaft. Denn dann würde endlich ein Flughafen wegfallen, was die Kosten senken würde. Derzeit muss die Flughafengesellschaft Tegel und Schönefeld betreiben. Dazu kommt die Baustelle des BER. Wenn Schönefeld alt geschlossen wird, gäbe es nur noch zwei Flughäfen in Berlin.

Tatsächlich geht es aber bei der Entscheidung für eine Teileröffnung des BER mit nur einer Airline oder aber dem gesamten Flugbetrieb aus Schönefeld alt nicht nur um zwei unterschiedliche Konzepte. Vielmehr steht damit auch die berufliche Zukunft der Manager auf dem Spiel, die sich die Konzepte ausdachten. Dass Flughafenchef Hartmut Mehdorn und Technikchef Horst Amann irgendwann in den kommenden Jahren den BER gemeinsam eröffnen, ist unwahrscheinlich. Von Mehdorn ist bekannt, dass er Amann loswerden will. Doch dann darf er nicht schon bei der Teileröffnung scheitern.