Immobilie

Müggelturm-Areal: Kaufvertrag soll aufgehoben werden

Liegenschaftsfonds will einen neuen Investor

Marc Förste, Eigentümer des Müggelturm-Grundstücks in Köpenick, zeigt sich beharrlich. „Jetzt erst recht“, sagte der Krefelder zu Beginn dieser Woche. Er wolle das einstige Ausflugsareal entwickeln und die maroden Gaststätten wieder aufbauen. Und das, obwohl am 1. Oktober der Termin beim Oberlandesgericht Düsseldorf ansteht. Der Liegenschaftsfonds Berlin, der das 6000 Quadratmeter große Grundstück Ende 2007 an Förste verkaufte, will die Rückabwicklung des Kaufvertrages.

Der Fonds wirft dem Käufer Untätigkeit vor. Im Kaufvertrag war vereinbart, dass bis Ende 2010 ein Bauantrag gestellt sein soll. Doch die Unterlagen dazu reichte Förste erst im Sommer 2011 ein. In Treptow-Köpenick wurden Forderungen laut, den Vertrag rückgängig zu machen. Der Fonds klagte die Rückabwicklung beim Landgericht Krefeld ein und bekam im September 2012 Recht. Förste legte Berufung ein. Er habe unterdessen auch das Gutachten zum Naturschutz, das das Bezirksamt nachträglich forderte, abgegeben. Doch die Frage, wann sein Bauantrag entschieden werde, sei vom Amt mit Verweis auf Personalmangel und Urlaubszeit nicht beantwortet worden. „Die Bauanträge werden der Reihe nach abgearbeitet“, sagte Baustadtrat Rainer Hölmer (SPD). „Wir haben derzeit viele Anträge und Bauvoranfragen.“ Die Situation sei schwierig, die Mitarbeiter seien überlastet.

Marc Förste sagte, er sei zuversichtlich, dass er vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf Recht bekommen werde und das Grundstück behalten könne. Doch der Liegenschaftsfonds hofft, die Immobilie wieder in seine Hand zu bekommen. Denn ein neuer Investor steht schon bereit. Der Berliner Projektentwickler Matthias Große, Manager und Freund von Eisschnellläuferin Claudia Pechstein, möchte das Grundstück übernehmen. Er will die alten Restaurants sanieren und Konzerte, Lesungen und Theaterstücke auf dem Gelände veranstalten. Der Liegenschaftsfonds schloss Anfang 2012 mit Große einen Vorvertrag über das Grundstück ab. Doch dieser Vertrag ist nach Auskunft einer Sprecherin vorerst „schwebend unwirksam“. 25.000 Euro hat Marc Förste für das Müggelturm-Grundstück bezahlt. Diese Summe soll er zurückbekommen, falls er das Gerichtsverfahren verliert. Förste meint sogar, ihm müsse der Verkehrswert des Areals bezahlt werden. Doch er wolle auch eine Entschädigung für Leistungen, die er bereits erbracht habe, sagte der Unternehmer.