Kriminalität

Vier Polizisten bei Randale in Kreuzberg verletzt

Sympathisanten verhindern Festnahmen von Tätern

Mehr als zwei Dutzend Personen haben in Kreuzberg Polizeibeamte angegriffen und damit die Festnahme zweier Randalierer verhindert. Bei den Auseinandersetzungen in und vor einem Lokal an der Reichenberger Straße wurden vier Beamte verletzt. Die beiden Männer, die festgenommen werden sollten, konnten unerkannt fliehen.

Nach Angaben eines Sprechers wurde die Polizei am frühen Sonnabendmorgen gegen 3.45 Uhr in die Reichenberger Straße alarmiert. Dort entdeckten die Beamten zwei Männer, die die Fassade des Hauses beschmiert hatten und gerade versuchten, im Inneren des Gebäudes eine Tür einzutreten. Als die Einsatzkräfte die beiden Männer überprüfen wollten, stürmten aus einem nahen Lokal mehr als 20 Personen, umringten die Beamten und ermöglichten es so den beiden Verdächtigen, in das Lokal zu flüchten, das daraufhin sofort von innen verschlossen wurde.

Die Polizei verschaffte sich daraufhin mithilfe von nachalarmierten Unterstützungskräften Zugang zu dem Lokal, in dem sich noch einer der beiden Verdächtigen aufhielt. Der Versuch, den Mann festzunehmen, blieb allerdings erfolglos, da die Beamten von weiteren Lokalgästen massiv angegriffen wurden. Etwa 20 Personen flüchteten während der Auseinandersetzungen durch ein Fenster, weitere 20 wurden von den Einsatzkräften festgehalten und überprüft. Gegen sie leiteten die Beamten Ermittlungsverfahren wegen schwerem Landfriedensbruch, Körperverletzung, Widerstand und Gefangenenbefreiung ein. Die Ermittlungen hat der polizeiliche Staatsschutz übernommen.

Nach ersten Erkenntnissen sind die Angreifer dem linksautonomen Spektrum zuzuordnen. Die Sachbeschädigung war offenbar als Protest gegen Luxussanierungen gedacht. Die Schmierereien an den Wänden enthielten neben einschlägigen politischen Parolen unter anderem Beleidigungen gegen einen Immobilieninvestor.

Im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg wird die Polizei seit Langem regelmäßig mit gewalttätigen Protestaktionen gegen Luxussanierungen und Mietpreiserhöhungen konfrontiert. Die bisherigen Erfahrungen mit den „Protestierenden“ haben dazu geführt, dass die Polizei bei entsprechenden Alarmierungen in der Regel gleich mit einem größeren Aufgebot anrückt.