Ermittlungen

Messerattacke: Ehemann geht auf seine Frau im Nikolaiviertel los

56-Jähriger verletzt seine getrennt lebende Gattin schwer

Der Ehestreit zwischen einem 56-jährigen Mann und seiner drei Jahre jüngeren Frau schwelte schon seit langem, doch dann eskalierte er in einer Bluttat, die der Frau beinahe das Leben gekostet hätte. Nach einer brutalen Messerattacke ihres Noch-Ehemannes musste die 53-Jährige mit schweren Stichverletzungen am Kopf und am Hals in eine Klinik eingeliefert werden.

Nach Informationen der Berliner Morgenpost hatten die Eheleute sich für den Freitagabend zu einer Aussprache im Nikolaiviertel verabredet. Das frühere Paar lebte seit einiger Zeit getrennt voneinander. Zu einer Aussprache kam es allerdings erst gar nicht. Als die 53-Jährige gegen 19.30 Uhr mit ihrem silberfarbenen VW Passat vor dem vereinbarten Lokal an der Probststraße eintraf, wurde sie von dem bereits wartenden 56-Jährigen attackiert, teilte die Polizei am Sonnabend mit. Der Ehemann riss die Wagentür auf und ging auf seine Frau los. Immer wieder habe der Mann mit einem kleinen Gemüsemesser auf die Frau eingestochen, berichteten von dem Vorfall noch sichtlich geschockte Zeugen später.

Als der Angreifer schließlich von seinem Opfer abließ, versuchte die Frau zunächst noch, das Fahrzeug zu verlassen. Es gelang ihr, sich bis zum Heck des Wagens zu schleppen, dort brach sie zusammen. Mehrere Touristen, die das Geschehen beobachtet hatten, liefen zu der Frau, um erste Hilfe zu leisten, gleichzeitig alarmierten sie Polizei und Feuerwehr. Weitere Zeugen hielten den Ehemann fest, der zunächst versuchte hatte, vom Tatort zu flüchten.

Der alarmierte Notarzt und Rettungskräfte der Feuerwehr brachten die schwer verletzte 53-Jährige in ein Krankenhaus. Der Ehemann wurde von Polizeibeamten noch am Tatort festgenommen.

Offenbar wurde das Opfer von dem Angriff des 56-Jährigen völlig überrascht. Ein Zeuge berichtete, man habe anfangs nicht einmal Hilfeschreie gehört. Es sei aber durch die geöffnete Beifahrertür deutlich zu sehen gewesen, wie der Mann „immer und immer wieder“ auf die Frau eingestochen habe. Das Opfer werde aufgrund der Schwere der Verletzungen zunächst im Krankenhaus bleiben müssen, Lebensgefahr bestehe jedoch nicht, hieß es am Sonnabend.

Zu den genauen Hintergründen des Angriffs gebe es zur Zeit noch keine Erkenntnisse, sagte ein Polizeisprecher. Derzeit werde geprüft, ob der 56-Jährige einem Ermittlungsrichter zum Erlass eines Haftbefehls vorgeführt wird. Am Montag soll dann entschieden werden, ob eine Mordkommission den Fall übernimmt.