Unfall

Zwei Männer in S-Bahn-Türen eingeklemmt und mitgeschleift

Zwei Fahrgäste der S-Bahn haben ihren Leichtsinn am Sonntag mit Verletzungen bezahlt.

Beide ignorierten nach Angaben eines S-Bahn-Sprechers die Warnsignale beim Schließen der Türen und müssen deshalb nun auch mit einer Anzeige wegen „gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr“ rechnen. Die Bundespolizei ermittelt. Der erste Fall ereignete sich nach Angaben eines Bundespolizeisprechers am Sonntagnachmittag gegen 16 Uhr am Bahnhof Ostkreuz. Ein 26-jähriger Mann war bereits aus einem Zug der Linie S5 ausgestiegen, als er bemerkte, dass sein Rucksack noch in der Bahn lag.

Trotz Warnleuchte und Tonsignal versuchte er, das Gepäckstück bei schließenden Türen noch nach draußen zu ziehen. Dabei wurde ein Riemen des Rucksacks in der Tür eingeklemmt. Da der Mann nicht losließ, wurde er nach Polizeiangaben etwa zehn Meter von der anfahrenden S-Bahn mitgeschleift, bevor der Zug durch einen Nothalt stoppte. Der Mann erlitt Schürfwunden am Arm und am Oberschenkel.

In der Nacht zu Montag versuchte ein 25 Jahre alter Mann, am Bahnhof Gesundbrunnen aus einem Zug der Linie S1 auszusteigen, obwohl das Abfertigungssignal ertönte und die Türen sich bereits schlossen. Laut Bundespolizei wurde dabei sein Fuß in der Tür eingeklemmt. Auch der 25-Jährige wurde bis zum Nothalt etwa zehn Meter mitgeschleift und verletzte sich am Bein. Der Mann musste in ein Krankenhaus eingeliefert werden.

Fälle wie diese haben sich bei der Berliner S-Bahn zuletzt gehäuft. Das Tochterunternehmen der Deutschen Bahn informiert deshalb seit Monaten mit zusätzlichen Durchsagen und Warnaufklebern über die Gefahren. „Das sind schon extrem ärgerliche Geschichten“, sagte am Montag ein S-Bahn-Sprecher. „Die Menschen bringen für ein paar Minuten Zeitgewinn mutwillig ihr eigenes Leben in Gefahr.“ Für die S-Bahn hat der zunehmende Leichtsinn der Fahrgäste noch weitere negative Auswirkungen. Türschäden und Verspätungen sind oft die Folgen.