Verkehr

Brennender ICE: Passagiere müssen aussteigen

Zug war auf dem Weg von München nach Berlin

Schreck für mehrere Hundert Passagiere eines ICE, der auf dem Weg nach Berlin war: Bei Langenselbold in Osthessen brannte es an einem Triebkopf, der Zug auf dem Weg von München nach Berlin musste am Montag auf offener Strecke anhalten. Weil der Strom abgeschaltet wurde, fielen Klimaanlage und Lüftung aus. „Da wird es in einem Zug schnell warm. Die Leute hatten schon Probleme bei der Hitze“, berichtete ein Sprecher der Feuerwehr in Langenselbold. „Wir haben sie mit Getränken versorgt, damit sie nicht kollabieren.“

Die Feuerwehr löschte den Brand. Etwa 45 Minuten nach dem Stopp konnten die Passagiere nach Angaben eines Bahnsprechers in einen anderen ICE umsteigen, der wegen des Zwischenfalls im nahen Gelnhausen anhalten musste und nur zu etwa einem Drittel besetzt war. Der Zug sei zu dem Einsatzort gefahren worden. Die Evakuierung des Unglückszugs sei dann sehr aufwendig gewesen.

650 Passagiere an Bord

„Der Ausstieg war bis zu zwei Meter hoch. Und vom Baby bis zur 80-Jährigen war bei den Passagieren alles dabei, mehrfach weigerten sich Fahrgäste, den Zug zu verlassen“, berichtete der Feuerwehrsprecher. Man habe einige Zeit damit verbracht, zögernden Passagieren gut zuzureden. Nach Angaben der Feuerwehr waren etwa 650 Menschen an Bord. Die Bahn sprach von 500 Passagieren. Über Facebook schilderten Reisende, dass sich dramatische Szenen abgespielt hätten. Vor allem die unerträgliche Hitze und die Ungewissheit über die Dauer der Bergung hätten etlichen Passagieren zugesetzt.

Die Reisenden wurden mit dem ICE in den Bahnhof nach Hanau gebracht. Von dort aus reisten sie mit einem anderen planmäßigen Schnellzug weiter in Richtung Berlin. Ihre Ankunft in der Hauptstadt verzögerte sich durch den Brand und die aufwendige Bergung insgesamt um mehr als vier Stunden. Nach Auskunft der Bahn war der Grund für den Defekt am hinteren Triebkopf zunächst unklar. Die nachfolgenden Züge seien über Aschaffenburg umgeleitet worden.