Demonstration gegen Israel findet wenig Zuspruch

Bei der Demonstration zum sogenannten Al-Quds-Tag (Jerusalem-Tag) sind am gestrigen Sonnabend deutlich weniger Menschen auf die Straße gegangen als in den vergangenen Jahren. Statt der von den Veranstaltern angekündigten 1300 Teilnehmer versammelten sich am Nachmittag nach Polizeiangaben 800 Demonstranten am Adenauerplatz. Auch zu zwei Gegenkundgebungen am Adenauerplatz sowie an der Joachimstaler Straße kamen statt der angemeldeten 550 Teilnehmer nur etwa 230 Menschen. Bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe blieben Zwischenfälle weitgehend aus, allerdings musste die Polizei mehrfach verhindern, dass Demonstranten und Gegendemonstranten aufeinander zustürmten. Die Stimmung war teilweise sehr aggressiv. Den „Jerusalem-Tag“ hatte in den 90er-Jahren der damalige iranische Revolutionsführer Ajatollah Khomeini ausgerufen, um gegen die Besetzung des Westjordanlands durch die israelische Armee zu protestieren. Nach Angaben der Polizei waren knapp 300 Beamte im Einsatz. „Es ist schwer nachvollziehbar, dass Anhängern einer Bewegung, die erst kürzlich von der EU als Terrorgruppe eingestuft wurde, freier Lauf bei der Verbreitung ihrer Hasstiraden gelassen wird“, teilte das American Jewish Committee in Berlin mit.